Das aktuelle Wetter Bochum 8°C
Stahlindustrie

Gewerkschaft IG Metall sieht Perspektive für Stahl in Bochum

17.12.2012 | 17:54 Uhr
Gewerkschaft IG Metall sieht Perspektive für Stahl in Bochum
Das Tyssen Nirosta Werk in Bochum.Foto: Hans Blossey

Bochum.  Für die Stahlarbeiter des Bochumer Nirosta-Werks sah vor knapp einem Jahr die Zukunft düster aus. Doch mittlerweile sieht die Gewerkschaft IG Metall Perspektiven für den Standort Bochum und somit auch für die rund 450 Mitarbeiter. Die Flüssigphase beim Edelstahl in Bochum werde bis auf Weiteres fortgeführt.

Es ist noch kein Jahr her, dass der Vorstandschef von Outokumpu, Mika Seitovirta, am 8. Februar vor Bochumer Stahlarbeitern im Nirosta-Werk sprach. Da sah die Zukunft des Standortes düster aus . Vor allem, als Seitovirta, der ab Januar – wenn Outokumpu seine Mehrheit über die ehemalige Thyssen-Krupp-Tochter auch sozusagen anwenden kann – die Kriterien für die Zukunftschancen der Standorte offen legte.

Positive Signale zum Jahreswechsel

Da standen die Energiekosten, die Kosten und die Dauer von Genehmigungsverfahren (Deponie Marbach lässt grüßen) und die Nähe zu den Kunden ganz oben in der Hierarchie. Kurz vor dem Jahreswechsel und damit dem Besitzübergang, der erst möglich wurde, nachdem die EU Anfang November Grünes Licht gegeben hatte , und zwar unter der Bedingung, dass sich Outokumpu vom modernen Edelstahlwerk im italienischen Terni trennt. „Wir werten dies sehr positiv für den Standort Bochum mit seinen rund 450 Mitarbeitern“, sagt die scheidende 1. Bevollmächtigte der Bochumer IG Metall, Ulrike Kleinebrahm. Nach gültigem Vertrag mit den Finnen müsse 2015 die Wirtschaftlichkeit des Bochumer Stahlwerks erwiesen werden. Erst dann gehe es darum, ob es eine Zukunft über 2016 hinaus gebe.

Wenn im nächsten Jahr die Flüssigphase am anderen Nirosta-Standort in Krefeld ausläuft, werde reichlich Tonnage zusätzlich nach Bochum kommen. Das freut auch Klaus Pachulski, Betriebsratsvorsitzender des benachbarten Thyssen-Krupp-Stahl-Walzwerkes mit rund 2500 Beschäftigten. „Aber wie es weitergeht, hängt natürlich dann von der Entwicklung des Stahlbereiches ab.“

Kurzarbeit auch im nächsten Jahr

Offizielles Statement von Thyssen-Krupp-Stahl zur aktuellen Lage in Bochum: „Die Flüssigphase beim Edelstahl in Bochum wird bis auf Weiteres fortgeführt und trägt zur Auslastung der Warmbreitbandstraße bei. Sollte sich daran in Zukunft etwas ändern, werden andere Möglichkeiten der Belegung geprüft.“

Das Thyssen-Krupp Kaltwalzwerk wird voraussichtlich auch das neue Jahr mit Kurzarbeit beginnen, wobei dem Unternehmen die neue gesetzliche Regelung hilft, die Kurzarbeit über die bisherige Grenze von sechs Monaten hinaus zulässt. Ein ganz anderes Problem zeichne sich derzeit bei der Entwicklung des Nachwuchses ab. Es wird beobachtet, dass das Interesse an gewerblichen Ausbildungsplätzen in der Schwerindustrie deutlich nachgelassen hat.

Michael Weeke



Kommentare
18.12.2012
11:03
Gewerkschaft IG Metall sieht Perspektive für Stahl in Bochum
von TVtotal | #1

Wenn im nächsten Jahr die Flüssigphase am anderen Nirosta-Standort in Krefeld ausläuft...schon toll unsere Gewerkschafter, hier wird zu gemacht dafür dürfen dann andere auf mehr Arbeit hoffen...irgendwie müssen sich die Gewerkschafter doch ver***** vorkommen.
Kommt mir vor wie so ein Glaskugelbesitzer von der Sorte die unserer Regierung jährlich erzählt wie das kommende Geschäftsjahr wird!

Aus dem Ressort
Freiwillige räumen Friedhof in Bochum-Hamme auf
Sturmschäden
Eine kleine Gruppe ehrenamtlicher Helfer will rechtzeitig vor Allerheiligen den Friedhof in Hamme aufräumen. Dort hatte der Sturm ganz besonders gewütet. Die Helfer suchen nun noch weitere Unterstützung fürs Saubermachen.
Weitere Schließungen von Schulen sind derzeit kein Thema
Bildung und Schule
Es war eine schnelle erste Sitzung des neugebildeten Ausschusses Bildung und Schule. Nur knapp eineinhalb Stunden benötigte die neue Besetzung, um sie hinter sich zu bringen. Danach stand unter anderem fest: weitere Schulschließungen wird es in der Stadt zunächst nicht geben.
Millionen für Werne und Langendreer
Stadtentwicklung
Städtebauliches Entwicklungskonzept nimmt Werne und Langendreer Alter Bahnhof in den Fokus. Über mehrere Jahre sollen die Stadtteile nach vorn gebracht werden mit konkretenProjekten. Angst vor fehlenden Eigenmitteln versetzt Politik in Alarmbereitschaft.
Bochumer Ruhr-Uni-Mensa kocht Essen aus Fernost für Studis
Hochschule
University und Akafö haben in einem Wettbewerb zu Beginn der Semesterferien Studenten dazu aufgerufen, ihr Lieblings-Urlaubs-Essen auf Facebook zu teilen. Ananas-Hühnchen in süß-saurer Sauce mit gedünstetem Reis ist das Sieger-Menü von Schiwa Kukrija. Sein Essen wurde in der RUB-Mensa nachgekocht.
Rollifahrerin setzt sich für Inklusion auf Spielplätzen ein
Spielplätze
Rollstuhlfahrerin Petra Hegemann und ihr Mann Rolf engagieren sich als Spielplatzpaten in Hofstede auf den Spielplätzen Hofwiese und dem Bolzplatz an der Dorstener Straße. Sie wollen dabei auch begleitete Angebote machen für Kinder mit Behinderungen.
Fotos und Videos
Mitgliederversammlung beim VfL
Bildgalerie
VfL Bochum
Messe Handmade
Video
Video