Gerther Gemeinde zeigt Bilder von Ignatius Geitel

Gerthe..  Die Christuskirche der ev. Ortsgemeinde soll auch im Sommer 2015 ein Ort der Ruhe, der Besinnung und der Einkehr sein. Dies betonte Pfarrer Johannes Romann, als er die Ausstellung mit Werken aus dem Nachlass des Bochumer Künstlers Ignatius Geitel eröffnete. Sie soll die aktuelle „Offene Kirche 2015“ für zwei Monate bis Sonntag, 19. Juli, vertiefend begleiten.

„Die Werke von Geitel sind etwas Besonderes“, so Romann bei der Eröffnung. „Angesichts des 70. Jahrestages des Kriegsendes und des Endes der nationalsozialistischen Diktatur zeigen die ausgestellten Arbeiten, wie Geitel in den 30er Jahren Zuflucht in christlicher Motivik sucht, um der Willkür des Kulturdiktats im Dritten Reich zu entgehen und sich selbst eine neue Bildwelt zu erschließen.“

Sein Beispiel: das Bild „Abendmahl“, undatiert, entstanden wahrscheinlich um das Jahr 1935. „Der Jude Jesus sitzt beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern zusammen. Bereit, mit ihnen alles zu teilen – selbst sein Leben.“ Das Abendmahl, das Christen bis heute miteinander teilen, sei zum Ausgangspunkt des Christentums geworden. Bei Geitel, so Romann, spiegele es zudem seinen inneren Widerstand gegen die damals schon begonnene Entrechtung von deutschen Juden wider. Romann: „Außerhalb der Kirche hätte er das zu jenem Zeitpunkt nicht malen können.“ Die Ausstellung im kleinen Saal der Kirche zeigt weitere 20 Werke des 2005 verstorbenen Künstlers, u.a. die Vertreibung aus dem Paradies sowie Kreuzigungsszenen, die der Künstler mit unterschiedlichen Techniken auf die Leinwand brachte.

Die „Offene Kirche“ geht bis Mittwoch, 30. September, weiter. Die Christuskirche wird an sechs Tagen zu bestimmten Zeiten „verlässlich offen“ sein: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr. Pfarrer Romann konnte ein Team von 32 Ehrenamtlichen gewinnen, die sich abwechseln. „Pilgern im Pott“ ist auch möglich. Zeitgleich ist das Teehaus im Garten hinter der Kirche geöffnet.