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Politik im Stadtteil

Kampf der Dunkelheit

07.04.2010 | 15:57 Uhr
Kampf der Dunkelheit

Harpen. Anwohner kritisieren mangelnde Beleuchtung am Harpener Hellweg. Bezirksvertretung reagiert.

Eigentlich ist der Schulweg für die Anwohner am Harpener Hellweg 301 nicht weit. Doch schnelle Fahrzeuge und abgeschaltete Straßenlaternen machen den Weg morgens und abends zur Gefahr. Die Bezirksvertretung Nord will dort nun helfen.

Schulweg erfordert zwei Straßenüberquerungen

Bei einem Ortstermin im Februar erläuterten die zwölf an der Stadtgrenze zu Dortmund lebenden Familien der Verwaltung und der Politik ihre Problematik. Die derzeit sieben schulpflichtigen Kinder müssen für den Weg zur Bushaltestelle zunächst die Straße überqueren, da nur stadtauswärts ein Bürgersteig am Harpener Hellweg 301 besteht. Da allerdings kurz zuvor die Straße aus Richtung Lütgendortmund eine Rechtskurve macht, sind Fußgänger dort kaum oder erst sehr spät zu erkennen. Zudem werde die Geschwindigkeitsbeschränkung (50 km/h) oft nicht eingehalten, was in früheren Jahren bereits zu Unfällen geführt habe.

Mehrere hundert Meter weiter müssen die Schulkinder dann erneut die gut befahrene Straße überqueren, um zur Bushaltestelle Richtung Harpen zu gelangen. „Doch auf dem ganzen Weg und an dem Bushäuschen ist die Laternen-Beleuchtung ausgeschaltet“, bedauert Anwohnerin Patricia Jenau jetzt im WAZ-Gespräch. Dadurch seien be-sonders die Schulkinder morgens und abends kaum erkennbar. Auch Fahrradwege sind hier nicht vorhanden.

Taschenlampen statt Straßenlaternen

Aber auch Spaziergänger und Hundebesitzer an der grünen Stadtgrenze sind von der Dunkelheit betroffen und würden zum Teil Taschenlampen als Ersatzbeleuchtung verwenden, wie Anwohnerin Patricia Jenau weiter ausführt.

HINTERGRUND
Dunkelheit zur Kostenreduzierung

Der Beschluss zur Abschaltung der Straßenlaternen im Bereich Harpener Hellweg 215 bis Stadtgrenze Dortmund liegt bereits vier Jahre zurück. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss am 29. Februar 1996 die „Kosteneinsparung durch Reduzierung des Beleuchtungsstandards“. Laut Verwaltungsmitteilung vom 2. Dezember 2009 wurde ein Teil der Leuchten im Bereich der Bushaltestelle und der Grundstückszufahrten wieder eingeschaltet. Laut Anwohnerin Patricia Jenau betrifft dies nicht den Bereich Harpener Hellweg 301, weswegen sie die Bezirksvertretung nun um Hilfe bat.

Auch wenn die Stadtverwaltung aufgrund der Haushaltslage derzeit keine Möglichkeit sieht, die aus Gründen der Kostenersparnis abgeschalteten Laternen wieder einzuschalten, möchte die Bezirksvertretung doch Abhilfe schaffen. Wie der stellvertretende Bezirksverwaltungsstellenleiter Günter Krethke mitteilte, wurde beim Ortstermin mit Bezirksbürgermeisterin Susanne Mantesberg angeregt, die Laternen mit Dämmerungsschalter auszustatten und als flankierende Maßnahme Piktogramme mit „Achtung Kinder!“ auf der Straße anzubringen. Zudem werden temporeduzierende Maßnahmen und die strengere Kontrolle der Geschwindigkeitsbegrenzung vorgeschlagen. Das Straßenverkehrsamt prüft die Anregungen des Bezirks derzeit, die Polizeibehörde wurde um Kontrollen gebeten.

Mit einem Wunsch konnten sich die ansonsten zustimmenden Anwohner aber bisher nicht durchsetzen: Einen Verkehrsspiegel gegenüber der Ausfahrt des Grundstücks. So müssen sich Fahrzeughalter weiter auf ihr „Gehör“ verlassen, bevor sie auf den Harpener Hellweg einbiegen, wie Anwohnerin Patricia Jenau betonte.

Christian Schnaubelt

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