Gericht kippt Kündigung wegen Pommes-Verzehr
17.12.2009 | 17:08 Uhr 2009-12-17T17:08:00+0100Bochum. Das Akademische Förderungswerk (Akafö), Betreiber der Mensa in der Ruhr-Uni, muss einen langjährigen Küchenhelfer (50) wieder einstellen. Dieser war wegen des angeblichen Verzehrs von zwei Pommes und zwei Frikadellen fristlos gefeuert worden.
Das Bochumer Arbeitsgericht hat eine Kündigung wegen des angeblichen Verzehrs von zwei Pommes und zwei Frikadellen gekippt. Kläger war ein 50-jähriger Küchenhelfer der Mensa an der Ruhr-Universität Bochum. Weil das Akafö ein vermeintliches Verzehrverbot aber vor der 4. Kammer des Arbeitsgerichts gar nicht richtig darlegen konnte, sogar in den Verdacht der „Manipulation" geriet, entschieden die Richter am Donnerstag, dass das Arbeitsverhältnis „nicht beendet wurde oder wird, sondern fortbesteht".
Der Küchenhelfer, ein Bochumer Familienvater, arbeitet eigenen Angaben zufolge seit 18 Jahren beim Akafö. Am 20. Juli 2009 traute er seinen Augen nicht: Das Akafö feuerte ihn fristlos, weil er während der Arbeitszeit ein paar Pommes und zwei Frikadellen gegessen habe. Der 50-Jährige sagt: Erstens seien die Pommes und die Fleischmöpse sowieso entsorgt worden, weil sie tagsüber nicht verkauft worden seien. Zweitens habe er sie zwar genommen, aber nicht gegessen. Und drittens: Er sei nur als einziger von vielen Kollegen, die ebenfalls Essensreste naschen würden, herausgepickt worden – „willkürlich", wie sein Rechtsanwalt Harry Herrmann meint. Der Arbeitgeber sagt hingegen: Der Mitarbeiter habe die Frikadellen sehr wohl verspeist. Und sie seien auch keineswegs Essensreste gewesen, sondern „neuwertig und verkaufsfertig". Also sei das Diebstahl. Der Küchenhelfer lebt seitdem vom Arbeitslosengeld.
Kläger will weiterarbeiten
Vor Gericht war der Akafö zwar bereit, die fristlose Kündigung in eine ordentliche abzuändern. Aber das war tariflich wegen der langen Betriebszugehörigkeit gar nicht möglich. Außerdem wollte der Küchenhelfer ja wieder in der Mensa arbeiten. Das war Ziel seiner Klage.
"Das riecht nach Manipulation"
Der Vertreter des Akafö behauptete im Prozess, dass der Verzehr von Mensa-Essen, das nicht selbst bezahlt wurde, „eindeutig" verboten sei. Aber genau das konnte er vor Gericht nicht nachweisen. Denn er hatte der Kammer als Beweismittel zuvor einen Mensa-Aushang zugeschickt, auf dem stand: „Der Verzehr von Speisen/-resten ist für alle Mitarbeiter untersagt???" Die Fragezeichen dahinter machten Richter Vermaasen sehr stutzig. Und er wurde noch stutziger, als der Beklagtenvertreter behauptete, dass der originale Aushang mit Ausrufezeichen versehen gewesen sei. Vermaasen traute dem nicht: „Das riecht nach Manipulation." Das sei „der pure Witz". Womöglich wolle man das Gericht auf den Arm nehmen. Wenig später wurde der Klage stattgegeben.

17:19
http://www.bo-alternativ.de/2009/12/18/keine-kuendigung-wegen-zwei-frikadellen/
So klar ist das alles nicht. Es gab Jahrelang Missverständnisse wer essen darf und wer nicht. Heute dürfen die Köche noch verkosten und alles soll in den Müll geworfen werden. Die zwei Frikos werden natürlich auch weggeworfen. Wegwerfen ist merkwürdigerweise auch kein Thema. Da fliegt man nicht für...Man muss beim AKAFOE mal selbst gearbeitet haben. Die Mitarbeiter mit den alten Verträgen sind viel besser bezahlt und wenn man schon was regelt, dann auch eindeutig...Heute ist das aber auch allen klar und in der Mensa selber sind alle Spitz. In den Außenstellen ist es anders, da der Alte zu faul ist, da regelmäßig hinzulaufen... Man muss schon ganz schön aufpassen nicht angeschissen zu werden oder vom Alten erwischt zu werden. Beim AKAFOE arbeiten, Leute das ist heute nur noch zweite Wahl und nettes Betriebsklima ;)
20:54
alle die mit der kündigung einverstanden sind !!!! ihr seid nicht mehr normal ,ihr habt überhaupt keine ahnung,wie es beim AKAFÖ abegeht,das ist die reinste IRRENANSTALT !!!! ich spreche aus erfahrung!!!!
16:55
Diebstahl bleibt Diebstahl.
...und es wird nicht der erste Diebstahl in den 18 Jahren gewesen sein.
Wenn Jeder jeden Tag nur Kleinigkeiten mitgehen lassen würde, hätten wir einne enormen volkswirtschaftlichen Schaden.
Was würde passieren, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei der monatlichen Lohnzahlung den Überweisungbetrga immer auf den vollen Zehner abrunden würde.
Ist doch nur ein geringer Betrag.
Wäre da der Arbeitnehmer einvertsanden??
00:02
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23:00
naja, es kann ja verstanden werden, wenn das Akafoe nicht möchte, dass sich jeder Angestellte einfach aus der Auslage bedient (falls es denn so war) - allerdings hätte in dem Fall eine Abmahnung völlig gereicht. Einen Familienvater nach 18 Jahren im Betrieb wegen so einer Lapalie direkt fristlos zu kündigen, halte ich für überzogen.
17:53
wow, ne ganze menge fakten... bin ja mal gespannt, ob es das akafö in die nächste instanz geht und mal schauen, was dann für fakten präsentiert werden
12:57
An 36.... Fakt ist, das der Richter lediglich einen Ausdruck aus einer Datei bekommen hat, denn die Aushänge mit drei !!! hängt ja noch immer! Fakt ist, dass der Richter sicher froh war, dass er das Thema los war. Fakt ist, dass das AkaFö verwertbare Lebensmittel spendet! Fakt ist, dass es Vorschriften aus dem Lebensmittelrecht gibt und nicht alle Lebensmittel verwertet werden dürfen. Fakt ist, das die Frikadellen nicht aus dem Müll stammten, sondern aus der Auslage! Fakt ist, dass es nicht Feierabend war und Fakt ist, das #36 ja anscheinend weiß, wie Lebensmittel beim Akafö entsorgt werden, aber ansonsten nichts.
11:36
An 32...Das frage ich mich auch....A19 garantiert . Fakt ist ,der Richter bekam vom Akafö diesen Aushang mit 3 ??? . Fakt ist...es wurde erst nach Feierabend gegessen .
Wenn das Essen noch gut ist warum wird es dann in die Schweinetonne geworfen und an Bauern abgegeben .Wenn Mitarbeiter nicht Essen dürfen könnte man es doch der Tafel für den nächsten Tag spenden . Dem Akafö sind Schweine scheinbar mehr wert . Bin mal gespannt ob der Mitarbeiter der diesen Aushang verbockt hat als nächster entlassen wird .
10:50
@32 und ich frag mich wie viele Kommentare von Harry Hermann oder seinem Mandanten geschrieben wurden.
Die Vorwürfe nehmen ja echt schon dundamentalistische Züge an. Ich geh ein bis zwei mal die Woche in die Mensa und na klar, nicht immer ist alles wie bei Mutti. Aber eigentlich bin ich ganz zufrieden. Und die, die es nicht sind, können ja gerne zu BK gehen.
Aber mal zum Fall: Na klar ist es tragisch in einer Zeit wie dieser Arbeitslos zu werden, aber wenn ich bei meinem Chef einfach nen Apfel mitnehmen würde, hätte ich auch meine Kündigung binnen Minutenfrist. Ob Richter Vermaasen die wohl auch kassiert, wenn ich ein paar Fragezeichen in die Dienstvereinbarung male?
21:21
Ach, ein 30-jähriger darf dann so einfach entsorgt werden? Was ist das denn für eine Logik?
Eine Kündigung ist immer Mist!