General Motors lässt Opel gezielt überprüfen
21.01.2011 | 18:29 Uhr 2011-01-21T18:29:00+0100
Bochum.Weil der Personalabbau im Bochumer Opelwerk angeblich zu schleppend verläuft, lässt der Mutterkonzern General Motors jetzt die Personallage in Bochum gezielt überprüfen. Nach Informationen der WAZ wurde damit die Unternehmensberatungsfirma AlixPartners beauftragt, die angeblich bereits vor Ort im Opel-Werk Kaiserslautern sondiert.
General Motors ist verärgert, weil der angestrebte Personalabbau in den europäischen Werken nicht zügiger verläuft, wird kolportiert. Deswegen sei das Europageschäft von GM immer noch von „roten Zahlen“ geprägt.
Auch in Bochum geschieht der geplante Personalabbau eher mit gebremsten Schaum: Bis Freitag hatten 597 Opelaner einen Austrittsvertrag unterschrieben, 58 von ihnen wechseln zu Opel Rüsselsheim, die anderen scheiden gegen Abfindungen gänzlich aus.
Bis zu 1200 Mitarbeiter sollen Job verlieren
Doch bis zum Jahresende 2011 sollen insgesamt 1800 Stellen bei Opel Bochum gestrichen werden. Im Klartext: Bis zu 1200 Mitarbeiter sollen noch in diesem Jahr ihren Job verlieren. Zur Zeit sind noch 4620 Leute bei Opel Bochum beschäftigt sowie 1100 bei Partnerbetrieben.
In Deutschland stehen besonders die Opelwerke Bochum und Kaiserslautern im Fadenkreuz der Konzernmutter General Motors. Mit diesem Personalüberhang sei das Bochumer Opelwerk nicht konkurrenzfähig, kommt als unverhohlene Kritik aus der Detroiter GM-Zentrale.
Dass die Amerikaner durch Unternehmensberater direkt in die Personalbewertung eines deutschen Opelwerks eingreifen, um Dampf beim Personalabbau zu machen, hat eine neues Qualität der „Zusammenarbeit“ mit Opel. Entsprechend aufgeschreckt sind Betriebsräte, Aufsichtsräte und die IG Metall.
Da wird befürchtet, dass die europäischen Standorte, vor allem Bochum, als „Risikofaktoren“ untersucht werden, um dann weitere drastische Einschnitte vorzubereiten. Gute Nachrichten hören sich anders an.
Rolf Hartmann
Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel geht nach wie vor davon aus, dass noch etliche Stellen gerettet werden können, u.a. im Hinblick auf die erhöhte Getriebeproduktion. Außerdem pocht der Betriebsratschef nach wie darauf, dass Opel Bochum mit der Produktion des neuen Astra-Sportstourer (Caravan) ein zweites Standbein erhält. Denn ab Oktober 2011 wird in Bochum der neue Zafira (Siebensitzer) in voller Stückzahl vom Band laufen.
Ohne die zweite Produktion habe Opel Bochum keine Zukunft, fürchtet Einenkel, zumal kürzlich erst Opel-Chef Nick Reilly verlauten ließ, er könne keine Zusage geben, ob die Opelwerke Bochum, Eisenach und Kaiserslautern in fünf bis zehn Jahren noch bestehen würden. „Fast alle Werke haben das gleiche Problem, wenn es um das Überleben geht“, weiß Einenkel. Ob in England, Polen oder Deutschland - meist produzieren die Werke nur ein neues Modell.
Dass es dem Bochumer Betriebsrat gelungen war, interne Zwangsversetzungen vertraglich mit der Opel-Geschäftsleitung auszuschließen, könnte als Bremse in Detroit aufgefallen sein. Dass die von Detroit aus veranlasste Personalüberprüfung an der Opel-Spitze vorbeiläuft, wurde von Rüsselsheim dementiert.

19:24
#3 von Armtrotzarbeit
Sie sind aber was von ahnungslos!
Da ist Vorsorge getroffen! Die sind doch nicht doof! Glauben sie mir!
Mit dem schweren Schlag gegen das Ruhrgebiet gebe ich ihnen Recht! Aber das ist nicht GM schuld! Da haben wir unsere selbstgemachten Strukturprobleme. Es laufen aber noch genügend Gestrige rum, die das immer noch nicht erkannt haben!
17:56
von skunkie88 #Ihr in Eisennach haltet die Nase mal nicht so hoch oben, dass Werk ist auch schneller geschlossen ,als ihr gucken könnt, kein Werk hat die Standortsicherung!! Das Werk in Bochum ,steht schon ein bischen länger im Betrieb, als euers im Osten.....
10:49
Es bringt ja nichts, wenn man wenig rentable Werke einfach weiterwurschteln lässt.
Opel hat immer noch zu viele Werke bei zu wenig Stückzahlen.
Besser wäre es, die Produktion auf notwendige Werke zu konzentrieren und die Produktion rund um die Uhr laufen zu lassen...auch bei Bedarf an 7 Tagen in der Woche.
14:17
es ist doch ganz normal das keiner seinen gut bezahlten Job freiwillig aufgibt. Diese Drohungen gibt es schon seit Jahren aus Detroit um Druck auf die Mitarbeiter auszuüben. Ich finde man sollte sie mal richtig schön auflaufen lassen. Wenn das Opel Werk in Bochum geschlossen wird, ist das ein schwer Schlag für das gesamte mittlere Ruhrgebiet, aber gleichzeitig auch ein riesiger Imageverlust für Opel. Die Verkaufszahlen würden noch weiter einbrechen und den ohnehin niedrigen Marktanteil nochmals deutlich senken.
11:31
Richtig so, was GM mit dieser Schrottschwarterei macht.
Aber gleich schließen und die Produktion nach Eisenach verschieben, statt noch mehr Geld in Westdeutschland zu verschwenden, wäre besser.
07:45
Auch wenn im Bochumer Opelwerk mit riesigen Aufwand und mehrere Millionen € die Anlagen für den neuen Zafira aufgebaut werden, kann das Werk kurzfristig geschlossen werden. Viele Manager denken nicht an den Menschen, sondern an Zahlen. Lieber ein paar Millionen € verlieren, als auf lange Zeit hunderte von Millionen € als Verluste einfahren. Der Cashflow bei Opel scheint auch nicht der beste zu sein. Immerhin gibt Opel in Rahmenverträgen neue Modelle bis 26% Preisnachlass ab.Dazu gibt es bei einigen Modelle eine Sonderprämie und Gratis- Inspektionen dazu. In Rahmenverträgen von anderen Autoherstellern sind solche Vergünstigungen nicht zu finden. Wo Beratungsfirmen tätig waren, gab es auch meistens betriebsbedingte Kündigungen.