Gemeinsam kochen, singen und feiern

Ost..  . „Zusammen feiern! – Zusammen leben!“: Unter dieses Motto veranstaltete die Initiative „Langendreer gegen Nazis” das erste Begegnungsfest an der Flüchtlingsunterkunft Krachtstraße im Rahmen der Bürgerwoche. Rund 400 Leute, darunter auch viele Bewohner des Übergangsheimes, folgten dem Aufruf. Geboten wurden Bühnenprogramm, Stockbrot grillen, Toreschießen und Spielaktionen.

„Am besten fand ich das Toreschießen“, waren sich Danjel (12) mit Julien (10) und Maurice (12) einig. Insgesamt sei das Fest „cool“, so der serbische Junge weiter, der seit etwa einem Jahr beim Werner SV 06 in der D-Jugend spielt. Seitdem ist er mit den beiden anderen befreundet.

„Das Fest läuft gut“, fand auch Reiner Bondzio. Gerade traten Männer aus Serbien und Bosnien spontan auf der Bühne auf und intonierten serbische Volkslieder zum Thema „Freundschaft“. Mit Akkordeon und Cajon begleiteten zwei Sänger Nicolai Adinovic. Weitere Bewohner und Besucher feuerten sie an. Andere machten einen Kreistanz.

Für ebenso viel Stimmung sorgten zuvor Hannes und Laura mit ihrer Balkanmusik. Nachdenklichere Töne fand „Chorrossion“, der Chor der IG Metall Bochum. In ihren Liedern thematisierten die 20 Sängerinnen und Sänger auch die Abgründe von Flucht und Vertreibung auf. LA West setzte den Abschluss mit Pop- und Countrymusik.

Das Fest eröffneten neun Schüler der Klasse 5c mit selbst geschriebenen Geschichten. Die beiden Flüchtlingsjungen Lues (Mazedonien) und Ronis (Syrien), die seit kurzem in der Klasse sind, waren da auch Thema. Das symbolische Zeichen: „Ihr seid fremd. Wir helfen euch.“ Die Schülerinnen Anna und Kandra aus der Nelson-Mandela-Schule folgten mit Liedern aus dem Musical „Tushi Pamoja“. „Wir haben den Flüchtlingen kein Fest vorgesetzt, sondern die Leute mit eingebunden“, betonte Sprecherin Annette Schnoor von „Langendreer gegen Nazis”: Die Flüchtlingsfamilien grillten, kochten und feierten mit.