Gelungene Hommage an „Hüsch im Himmel“

Stiepel..  Textvortrag, singen, erinnern und immer wieder lachen über die sprachliche Komik: Rezitator Christian Kercher begeisterte auf Einladung der ev. Gemeinde mit seinem Programm „Hüsch im Himmel“ im Lutherhaus Stiepel die 50 Besucher. Die Beziehung des 2005 verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch zum lieben Gott im Himmel bot dabei den roten Faden durch die etwa zweistündige Hommage.

Schon der Einstieg gelang. Der 45-jährige ehemalige Lehrer stellte den Kabarettisten in seinen eigenen Worten vor. Er rezitierte dafür aus „Ich bin ein fahrender Poet, ein Gedankengänger und ein Glückskind.“ Textpassagen wie „Ich kann aus Trauer Trost machen, aus Schmerzen Heiterkeit ... Ich bin ein altes Kind und träume immer von der großen Liebe unter den Menschen“ setzten Akzente für das nachfolgende Programm.

Das gestaltete sich vielfältig wie das Lebenswerk des Mannes vom Niederrhein. Christian Kercher zwischenzeitlich zum Hintergrund: „Hüsch erarbeitete mehr als 70 Bühnenprogramme, mit denen er in 54 Bühnenjahren auftrat.“ Der Wahlberliner hatte damit als Rezitator eine große Auswahl.

Inhaltlich hieß das zum Beispiel direkte Konfrontation: Etwa beim Text „Wie möchten Sie beerdigt werden?“ Darüber rede man ja nicht und wenn, dann sei es zu spät. Oder hintergründig (aus einer Geschichte zu einem verstorbenen Onkel): „Sehen Sie mal in den Spiegel, ob Sie der sind, der Sie meinen zu sein?“ Biblische Anspielungen gab es zudem (Matthäus 5,3-12): „Selig sind die Zukurzgekommenen, denn sie tun einem nix.“

Die deftigen Inhalte lockerte Kercher auf: durch Singen (z.B. der Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig“), durch den Musikvortrag von Beatrix Pluta (Klavier, Geige), durch den Dialog mit den Zuschauern. Die Frage lautete: „Was haben sie mit Hüsch erlebt?“ Da kam eine Menge zusammen: Besuch eines Kabarettabends in Zürich Anno 1958, ein besonderer Gottesdienst mit ihm an der Ev. Fachhochschule in Bochum, der Besuch seiner Abschiedstournee „Wir sehen uns wieder“ im Jahre 2000, die Hüsch nach einer schweren Krebserkrankung unternahm.

„Das war ein schöner Abend, der mir sehr viel Freude gemacht hat“, fand eine ältere Dame, als sie sich von Pfarrer Ortwin Pfläging verabschiedete. Er hatte die Veranstaltung organisiert.