Gedenken an einen großen Gitarren-Künstler

Der Tod des Berliner Gitarristen Werner Lämmerhirt letzten Freitag hat die Liebhaber akustischer Musik schwer getroffen. Der Musiker, der nur 67 Jahre alt wurde, gehörte seit 40 Jahren zu einem der profiliertesten Fingerstyle-Künstlern in Deutschland. Mehrfach hatte er in Bochum begeisternde Auftritte hingelegt. Was vor allem Uwe Koßmann zu verdanken ist.

Der Veranstalter war seit 16 Jahren Agent für die Konzerte Werner Lämmerhirts; vielfach stand der Top-Gitarrist deshalb bei den von Koßmann organisierten akustischen Gitarrennächten im Riff auf der Bühne. „Ich kannte Werner, seit ich 19 war“, erinnert sich Koßmann nicht ohne Wehmut. „Er war ein Freund.“ Damals ist der Querenburger als Roadie mit Lämmerhirt auf Tour gewesen, „damit habe ich mir mein Studium verdient.“ – Damals, Mitte der 1970er Jahre, als Werner Lämmerhirt die ausgefuchste Fingerstyle-Technik in Deutschland bekannt machte, erst als kongenialer Begleiter auf den LPs von Hannes Wader, dann als versierter Solist, man denke an seine Debüt-LP „Ten Thousand Miles“ auf dem Stockfisch-Label und – vor allem – an „With friends, for friends“ von 1975, nicht nur wegen des unglaublichen „Long Way Back Home“ längst ein Klassiker der akustischen Musik.

Werner Lämmerhirt war bei aller künstlerischen Klasse ein Kumpel, der mit Herz und Berliner „Schnauze“ den Kontakt zu seinem Publikum suchte. Nach den Konzerten saß er, durchgeschwitzt von oben bis unten, mit seinen begeisterten Zuhörern beim Bier zusammen, plauderte über dies und das und die große Politik und gab sein musikalisch-spieltechnisches Wissen weiter.

2015 war Lämmerhirt wieder bei Koßmanns „Gitarre pur x 5“-Shows im Riff eines der Zugpferde. Damals warf seine Krankheit, Krebs, schon Schatten. Es wurde sein letztes Konzert in Bochum. Im August 2016 hatte der stille König der Gitarre sein Karriereende erklären müssen, am Freitag ist er für immer gegangen. Werner, we’ll miss you!