Gastronomie-Chef des Akafö: „Mit Essen spielt man nicht“

Gabriel Acheampong (l.) und Olu Sode beseitigen Lebensmittel und Essensreste in der Mensa der Ruhr-Universität. Das Akafö schmeißt aus Hygiene-Gründen täglich ganz viel Essen weg.
Gabriel Acheampong (l.) und Olu Sode beseitigen Lebensmittel und Essensreste in der Mensa der Ruhr-Universität. Das Akafö schmeißt aus Hygiene-Gründen täglich ganz viel Essen weg.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Als Anfang Mai Kinder der Erich-Kästner-Schule über Übelkeit klagten, stand das Akafö in der Kritik. Nun ist klar, dass die Speisen einwandfrei waren.

Bochum.. Der Ton erfüllt sein Zweck. Peter van Dyk braucht zwar etwas Zeit, um ihn richtig einordnen zu können. Dann sagt der Pressesprecher des Akademischen Förderungswerkes (Akafö): „Da hat jemand das Tor zum Lieferanten-Eingang zu lange offen gelassen.“ Er freut sich fast, den Ton gehört zu haben. Die Technik, die in der Mensa des Akafö den Weg des Essens begleitet, von der Anlieferung bis zur Auslieferung, die seine Qualität schützt, sie funktioniert. Das ist (lebens-)wichtig.

Wie wichtig, das hat der Vorfall an der Erich-Kästner-Gesamtschule Anfang Mai gezeigt. Da ging es zahlreichen Kindern nach dem Mittagessen schlecht. Einige mussten sich übergeben. „Dass da sofort mit dem Finger auf uns gezeigt wurde“, sagt van Dyk, „ist verständlich. Wir liefern das Essen.“ Inzwischen haben die Untersuchungen ergeben, dass das Unwohlsein der Kinder nicht vom Akafö-Essen kam. Die Speisen waren einwandfrei.

Der Super-Gau für Akafö

Für Ezzedine Zerria, den Gastronomieleiter des Akafö, war dieser Tag im Mai einer der Art, „die ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Es gibt nicht Schlimmeres, als dass Essen Krankheiten auslöst. Die Meldungen wurden ja immer schlimmer. Erst waren es zehn, später 20 Kinder, dann 50. Wir hatten die Kripo im Haus, die wollten die Kühlhäuser sperren. Wenn das passiert wäre, hätten wir am nächsten Tag nicht produzieren können. Was wäre das für eine Außendarstellung gewesen? Wir haben eine Verantwortung. Wir reden über Lebens-Mittel. Die Menschen verlassen sich auf uns und darauf, dass die Lebensmittel einwandfrei sind. Mit Essen spielt man nicht“.

Von der Größe her entspricht der Mensa-Betrieb des Akafö einem großen Fleisch verarbeitenden Betrieb. „Wenn mehr als 33 Prozent des Angebotes aus Fleisch bestehen, muss man sich EU-zertifizieren lassen“, sagt Zerria. „Das heißt, dass es sehr hohe Hygiene-Anforderungen gibt. Glaubwürdigkeit ist unser Trumpf.“ Dabei hilft ein Programm, das von der Nasa für die Produktion von Weltraumnahrung erfunden wurde.

Das Hazard Analysis and Critical Control Points-Konzept (abgekürzt: HACCP-Konzept, deutsch: Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) ist ein auf präventive Maßnahmen ausgerichtetes Programm. Es dient der Vermeidung von Gefahren im Zusammenhang mit Lebensmitteln, die zu einer Erkrankung von Konsumenten führen kann. Deshalb gibt es Warntöne, Grenzen innerhalb der Mensa. So dürfen Pappkartons, in denen Produkte angeliefert werden, nicht über einen bestimmten Punkt hinaus, wird immer darauf geachtet, dass die Speisen entsprechende Temperaturen haben. „Im Zweifelsfall“, sagt Zerria, „schmeißen wir weg. Wenn von der Schule zum Beispiel eine Kiste mit Brötchen wiederkommt, können die noch so gut aussehen. Wir wissen ja nicht, wer sie in der Hand hatte und was mit ihnen passiert ist.“