Für die Armut im Ruhrgebiet sensibilisieren

Am Freitag, 11. Juni, beratschlagte die Bundestagsfraktion der Linken in einer Konferenz zum Thema „Armutsspirale im Ruhrgebiet stoppen!“. Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin, sprach mit uns zum Thema.

1 Frau Dagdelen, war Opel ein Einzelfall?

Nein. Wir haben es im Ruhrgebiet mit vielen Hiobsbotschaften zu tun, zum Beispiel bei Siemens und Johnson Controls. Wir haben es hier mit einer langen Kette von Massenentlassungen zu tun.

2 Haben Sie konkrete Vorschläge, wie Armut bekämpft werden kann?

Ja, zum Beispiel das Armutsbekämpfungsprogramm von Bund und Land speziell für das Ruhrgebiet. Um weiteres Abrutschen zu stoppen, muss eine Umkehrung bei Steuer- und Finanzpolitik stattfinden, wir brauchen Rahmenbedingungen für bessere und höhere Löhne, eine Stärkung der Betriebsräte und Gewerkschaften und ein Verbot von Massenentlassungen.

3 Was kann eine Konferenz wie die in Bochum bewirken?

Wir wollen Sensibilität wecken. Es heißt oft, Armut gebe es nur im Osten oder nur in Teilen des Ruhrgebiets. Mit der Konferenz wollen wir die Diskussion mit Politik, Gewerkschaften und Wissenschaft eröffnen.