Frühere Rumpelstrecke wurde runderneuert

Die neue Kreuzung an der Oskar-Hoffmann-Straße (oben rechts) und der Universitätsstraße (quer durchs Bild verlaufend). Links: das Exzenterhaus.
Die neue Kreuzung an der Oskar-Hoffmann-Straße (oben rechts) und der Universitätsstraße (quer durchs Bild verlaufend). Links: das Exzenterhaus.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach langer Bauzeit wurde die Oskar-Hoffmann-Straße wieder komplett für den Verkehr freigegeben, außerdem angrenzende Bereiche der Universitätsstraße.

Bochum.. Viele Jahre lang war die Oskar-Hoffmann-Straße zwischen Königsallee und Universitätsstraße eine der größten Stoßdämpferprüfstrecken der Stadt. Oder wie es Tiefbauamtsleiter Uwe Seidel am Donnerstag sagte: „Die Paradestraße für Schlechten-Straßen-Zustand.“ Motto: „Da findest Du immer ein Schlagloch oder eine schiefe Platte.“ Seit wenigen Tagen ist der Verkehr auf dieser nach einem Knappschaftsdirektor benannten Straße wieder beidseitig freigegeben. Neugestaltet wurde auch die Uni-Straße zwischen Alsen- und Oskar-Hoffmann-Straße. Viele tausend Menschen, die dort täglich vorbeikommen, atmen auf.

Lärm, Staub, Schmutz, Enge, Parkplatzfrust, Umwege, Umsatzeinbußen: Das hat den Anwohnern und Geschäftsleuten 2,5 Jahre zu schaffen gemacht. Das ist nun vorbei. 8,8 Millionen Euro hat die Neugestaltung insgesamt gekostet. Dabei wurden nicht nur die Fahrbahnen, die Gehwege und die Straßenbeleuchtung (jetzt LED) erneuert, sondern auf der Oskar-Hoffmann-Straße auch die Kanäle für Abwasser und Regenwasser. Das Regenwasser, das von den Dächern kommt, fließt jetzt über gesonderte Rohre bis in den Marbach.

84 Bäume gepflanzt, 74 gefällt

Ursprünglich wollte das Tiefbauamt bereits im vorigen Sommer fertig sein. Daraus wurde nichts. Eigenen Angaben zufolge mussten großen Bodenmengen ausgetauscht werden, weil sie nicht standfest genug waren. Zudem fanden die Bauarbeiter viele Mauerreste von Kellern, die nicht kartiert waren. Auch sie mussten beseitigt werden, was den Baubetrieb stark gestört hatte - und auch für Mehrkosten von insgesamt rund 800.000 Euro sorgte.

Komplett fertig ist die Neugestaltung allerdings immer noch nicht. Hier und da müssen noch ein paar weitere Bäume gepflanzt werden, etwa auf dem ganz neu angelegten Mittelstreifen der Uni-Straße gegenüber der Bogestra-Zentrale. In wenigen Wochen sollen auch dort Bäume und Wiese blühen. Insgesamt hat die Stadt in dem ganzen Bauprojekt 84 neue Bäume gepflanzt. Freilich: 74 mussten auch fallen.

Neue Abbiegeregelung für Radfahrer

Neu gestaltet ist nun auch die Großkreuzung, die die Oskar-Hoffmann-Straße mit der Uni-Straße verbindet. Dort hat das Bauamt für Radfahrer eine Spezialität geschaffen, die in Bochum einzigartig ist. Der Radfahrer werden bei bestimmten Abbiegerichtungen über eigene Radspuren auf eigene Warteplätze mitten auf die Kreuzung geleitet, wo Fahrradampeln aufgestellt worden sind. Noch ist diese neue Abbiegeregelung nicht in Betrieb, weil die Ampeln noch nicht geschaltet sind und, wegen der kühlen Witterung, die Fahrbahnmarkierungen noch nicht aufgetragen werden konnten. Klar scheint aber schon jetzt zu sein: Dieses System ist nicht jedem Radfahrer sofort vertraut. Seidel räumt ein: „Es wird erforderlich sein, dass sich Radfahrer an diese Verkehrsführung gewöhnen.“ Dennoch sei sie fahrradfreundlicher als andernorts in der Stadt.

Auch auf der Oskar-Hoffmann-Straße werden für Radfahrer noch Markierungen aufgetragen, direkt vor der Uni-Straße sogar in Rot, weil dort abbiegende Kraftfahrzeuge die Fahrradspur kreuzen müssen.