Frischer Wind für Schülerpolitik

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Als Schüler ist man immer der Schwächere, glasklar. Der Schüler hat aufzupassen, zu lernen, aber auch: im richtigen Moment seine Meinung zu vertreten, auch wenn’s nicht immer einfach ist. Das wollen Nele Range, Simon Spengler und der Rest der Bezirksschülervertretung (BSV) Bochum jetzt übernehmen. Die drei großen Baustellen, die sie in ihrer Amtszeit angehen wollen: Mehr Geld für die Schulen, Engagement gegen Rassismus und für Inklusion.

Anderthalb Jahre inaktiv gewesen

Jede Schule hat einen Schülervertreter, alle Vertreter der Bochumer Schulen wählen gemeinsam die Bezirksschülervertretung, und die vertritt vor der Stadt die Interessen von Haupt-, Realschülern und Gymnasiasten. Anderthalb Jahre war die BSV passiv: „Es gab nicht einmal einen Post auf Facebook“, sagt Nele Ranger – in heutigen Zeiten, und gerade für junge Leute, ein Gradmesser für Engagement.

Deshalb hat sich im Mai eine Gruppe Bochumer Schüler getroffen und eine neue Vertretung gewählt. „Denn wir brauchen etwas Festes, um den Bochumer Schülern Gehör zu verschaffen“, sagt Simon Spengler. Klar, mehr Geld für Schulen – für Sanierung, bessere Medienausstattung, ästhetische Aufwertung – das gehört zu den Standardforderungen.

Nele Range hat noch andere Ideen: „Man könnte zum Beispiel mal ein Fest mit Schülern und Asylbewerbern im Flüchtlingsheim veranstalten“, schlägt sie vor. Flüchtlinge sind nämlich auch ein Thema, das die Bezirksschülervertretung unbedingt anpacken will: Die sogenannten „internationalen Klassen“, in denen Flüchtlingskindern Deutsch beigebracht wird, damit sie dann später zu den anderen Schülern stoßen können, müssten zum Beispiel besser durch Sozialarbeiter betreut werden, findet Nele.

Auch gegen Alltagsrassismus vorgehen wollen die neuen Schülervertreter: „Leider gibt es den auch manchmal von Lehrerseite – wenn auch selten“, sagt Simon Spengler. Deswegen: „Wenn ein Schüler so ein Problem sieht, kann er sich bei uns melden.“ Zwar sehen viele Bochumer Schüler Rassismus nicht als größtes Problem im Schulalltag, aber Spengler findet: „Das ist ein Thema, da kann man nicht stillstehen.“

Direkte Einflussnahme schwierig

Teils klingt das nach großen Plänen, die nicht zuletzt auch von der Stadt finanziert werden müssten. Aber weil die BSV von den Schülersprechern der Schulen gewählt wurde, die letztlich ja auch von den Schülern ihrer Schule ins Amt gehoben wurden, darf die Schülervertretung die Interessen der Schüler auch vor dem Stadtrat einbringen. Direkte Einflussnahme dürfte schwierig sein, aber zumindest können sich die Bochumer Schüler so Gehör verschaffen.