Freie Kulturszene fürchtet ums Geld

Die Protestaktion fand auf dem Rathausvorplatz statt.
Die Protestaktion fand auf dem Rathausvorplatz statt.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Beim "Bochumer Kulturstammtisch" informierten rund 100 Akteure der Freien Szene über geplante Mittelkürzungen durch die Stadt.

Bochum.. Das Großposter zeigt den Abrissschrott am Opel-Werk I, darunter prangen die Worte „Doch Detroit“: Plakativ machten Vertreter/innen der Freien Kulturszene vor der Ratssitzung am 25. Juni 2015 auf sich aufmerksam.

Wobei sich der Wortbezug aus dem Slogan „This is not Detroit“ ergab, jener selbst-optimistischen Losung für eine Bochumer Zukunft auch nach dem Niedergang der Autoindustrie. Sie war während des „Detroit-Projekts“ des Schauspielhauses im letzten Jahr allgegenwärtig.

Nur 70 % der Mittel freigegeben

Als „Bochumer Kulturstammtisch“ hatten sich rund 100 Abgesandte der Freien Szene am Rathaus versammelt.

Der Anlass: Um das im Juni verkündete 31-Millionen-Loch für das laufende Jahr zu stopfen, müssen alle Bereiche der Stadtverwaltung (Kultur, Soziales …) als Sparbeitrag 3 % ihrer Leistungen an Freie Träger reduzieren, von den zugesagten Haushaltsmitteln werden zunächst nur 70 % freigegeben.

Kürzungen schlagen voll durch

„Das hat weitreichende Folgen: Vorstellungen könnten nicht mehr vollständig gespielt werden, Drittmittel und Eintrittsgelder fielen aus, Vorarbeiten wären umsonst gewesen“, so Rolf Stein vom Bahnhof Langendreer.

Im Kulturbahnhof wäre ein Personalabbau um drei volle Stellen die Folge, würde das angedrohte Sparszenario voll umgesetzt. Kleine Einrichtungen wie das Figurentheaterkolleg und selbstständige Künstler würden ebenfalls ausbluten.

Dramatischer Appell

Den dramatischen Appell der „Freien“ unterstützte DGB-Geschäftsführer Jochen Marquadt.

„Kultur ist eine Lebensader unsere Stadt, das kulturelle Angebot darf nicht weiter gekürzt, es muss eher noch ausgebaut werden“, forderte der Gewerkschaftschef unter viel Beifall.

Kulturdezernent stellt sich

Kurz vor Beginn der Ratssitzung erschien Kulturdezernent Michael Townsend bei den Protestierenden, er vor allem steht in der Kritik, weil er die Sparmaßnahmen letztlich mittragen muss.

Townsend betonte nochmals, dass er keine existenzgefährdenden Kürzungen hinnehmen werde und stellte abermals die von den Kultur-Aktiven vehement geforderten langfristigen Fördermittel-Laufzeiten in Aussicht.

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