Freie Christengemeinde verteilt Essenspakete an Bedürftige

Rund 30 Tüten mit unverderblichen Lebensmitteln wurden verteilt.
Rund 30 Tüten mit unverderblichen Lebensmitteln wurden verteilt.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Einmal pro Woche können sich notleidende Menschen bei der Freien Christengemeinde eine kostenlose Tüte mit haltbaren Lebensmitteln abholen.

Bochum.. „Sonst bin ich ja eher „schüchtern“, was Kirche angeht“, sagt Bärbel Birkelbach und lacht. Die neue Essensausgabe in der Freien Christengemeinde Bochum lockte aber nicht nur die 45-Jährige zum ersten Mal in die Räume in der Gustavstraße 6 – 8.

Rund 30 Tüten mit unverderblichen Lebensmitteln im Wert von drei bis vier Euro packten Pastor Marc Strunk und seine Mitstreiter zusammen, um sie an Bedürftige auszugeben. Nudeln, Reis, passierte Tomaten und eine Gemüsekonserve finden sich in den dezenten hellbraunen Papiertüten – dazu kann jeder Gast zusätzlich zwischen Marmelade, Öl, Mehl und Margarine wählen.

Lebensmittel monatelang haltbar

Die neue kostenlose Essensausgabe richtet sich an Menschen im Umfeld der Gemeinde, „die Woche für Woche rechnen müssen und Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen“, erläutert Pastor Strunk. So soll unmittelbare Not gelindert werden. „Wir sehen uns aber ganz klar nicht in Konkurrenz zur Tafel“, betont der 35-Jährige, „vielmehr als Ergänzung.“ Die Lebensmittel, die in Hamme ausgegeben werden, sind monatelang haltbar und können so auch als Grundstock dienen.

Von der ersten Idee bis zur Eröffnung Ende November letzten Jahres vergingen rund eineinhalb Jahre. Die Inspiration dazu, die Essensausgabe mit haltbaren Lebensmitteln aufzuziehen, kam dem Pastor bei einer Reise in die USA. Dort existieren sog. „Foodbanks“ (Essensbank), an deren Konzept sich die Ausgabe orientiert.

Essensausgabe ist erst der Anfang

Im Sommer dieses Jahres gründete Strunk dann zusammen mit engagierten Gemeindemitgliedern den gemeinnützigen Verein „Hand in Hand“, über den das soziale Engagement der Kirche läuft. Den Startschuss lieferten die Großspende der „Hope e.V.“ und weitere Spenden aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Wenn es nach Strunk geht, sind die Lebensmitteltüten aber erst der Anfang: „Ziel ist es, den Menschen hier irgendwann ganzheitlich helfen zu können.“

„Wir wollen eine Gemeinde mit offenen Türen sein. Deshalb finde ich es auch so klasse, dass die Mädels hier sind“, freut sich Vereinsmitglied Daniel Ouedraogo. Gemeint sind Fiola Przybylski und Emi Battsogt. Die beiden Studentinnen haben über Facebook von der Initiative erfahren und helfen nun bei der Ausgabe der Tüten mit. „Jeder kann in Not geraten, auch vorübergehend. Wir hoffen, dass die Hemmschwelle sinkt und sich das Angebot herumspricht“, so Ouedraogo.

Die Türen der Gemeinde sind jeden Freitag (außer an Feiertagen) von 16.30 bis 18 Uhr für die Essensausgabe geöffnet. Ein Bedürftigkeitsnachweis ist nicht erforderlich.