Frauenärztinnen tauschen ihr Fachwissen aus

Wie funktioniert ein 3-D- und ein Live-Ultraschall des Ungeborenen. Oder: Wie hängen neurologische Erkrankungen und Kinderwunsch zusammen? Fragen wie diese erarbeiten Frauenärztinnen des Qualitätszirkels in Bochum seit 15 Jahren gemeinsam. Der von der Kassenärztlichen Vereinigung legitimierte Fortbildungskreis begann 2000 mit dem Wunsch einer Handvoll Frauenärztinnen, sich untereinander fortzubilden. „Wir kannten uns zum Teil aus dem Krankenhaus und wollten in der Praxis auch nicht nur allein vor uns hinarbeiten“, erläuterte Vorsitzende Christel Rose-Staubach.

Heute versammeln sich insgesamt 18 Frauenärztinnen alle zwei Monate, um von der gemeinsamen Arbeit und Erfahrung zu profitieren. Insgesamt sind in Bochum 39 Frauenärzte mit Kassenzulassung in einer Praxis tätig, wovon 34 Frauen sind. Ärztin Birgit Vittinghoff, die sich auf Pränataldiagnostik spezialisiert hat, sagt: „Ich finde es wichtig, dass die Patientinnen wissen, dass wir organisiert sind, uns fortbilden müssen, dass es Standards gibt und dass nicht jeder macht, was er will.“

Die Organisation des Zirkels hat sich von der Gründung bis heute weiterentwickelt. Hielten die Ärztinnen zu Beginn selbst füreinander Vorträge, lädt der Zirkel mittlerweile meist Referenten ein. Der Austausch mit Kolleginnen im Qualitätszirkel ist für die Frauenärztinnen die Gelegenheit, sich gemeinsam den Herausforderungen in ihrem Fach zu stellen. „Als 2013 das erweiterte Ul-
traschall-Screening des Ungeborenen eingeführt wurde, mussten wir uns apparativ neu ausstatten und viel detaillierter dokumentieren. Frau Vittinghoff hat dann einen Kollegen aus Köln angefragt,der bei uns referiert hat. Das war eine große Hilfe für die Prüfung“, berichtet Ärztin und Zirkel-Moderatorin Susanne Nierhoff. Dass im Qualitätszirkel nur Frauen zusammentreffen, war nicht zwangsläufig geplant, es habe sich so ergeben, sagt Rose-Staubach.