Fotos dokumentieren 25 Jahre Jazzgeschichte in Bochum

Heinrich Brinkmöller-Becker.
Heinrich Brinkmöller-Becker.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine sehenswerte Ausstellung von Heinrich Brinkmöller-Becker im Haus Kemnade dokumentiert 25 Jahre Jazz und Improvisierte Musik in Bochum.

Bochum.. Brinkmöller-Becker begleitet seit Jahren mit seiner Kamera (nicht nur) die in Bochum stattfindenden Konzerte der freien Musik. „Mein Interesse gilt vor allem der starken Performance der Musiker mit ihrem nicht nur in muskalischer Hinsicht ,unkonventionellen’ Auftreten“, so der Jazz-Liebhaber.

Denn anders als bei Klassikkonzerten, wo den Musikern ein Höchstmaß an Disziplin abverlangt wird, geht es bei der Improvisierten Musik genau ums Gegenteil: Um das Zulassen der individuellen Kreativität, um das spontan empfundene Musizieren aus dem Augenblick heraus. Um zu der hohen Kunst des „Spielens aus dem Stegreif“ zu gelangen, braucht es Einfallsreichtum, Haltung und eben einen leidenschaftlichen persönlichen Ausdruck.

Martin Blume von Anfang an dabei

Dies alles ist aus den Fotografien Brinkmöller-Beckers herauszulesen. Er bildet Szene-Größen ebenso ab wie Newcomer. Die Instrumentalisten, deren Apparatschaft vom Flügel bis zur Bassklarinette reicht, rücken im Moment der höchsten musikalischen Versenkung in den Blick des Betrachters. Brinkmöller-Beckers Kunst ist es, diesen vergänglichen Augenblick zu erfassen, und ihn so unvergänglich zu machen. Die Musik fängt durch die Fokussierung der Kamera auf die Musiker selbst zu „sprechen“ an; so gesehen, ist der Titel der Fotoschau - „Klangbilder“ – klug gewählt.

Der Begriff selbst hat aber noch einen anderen Unterton, der unmittelbar auf den Schlagzeuger und Veranstaltungsorganisator Martin Blume zurückgeht. Denn was vor 25 Jahre im Kunstmuseum in Zusammenarbeit mit Blume mit dem Ruhr Jazz Festival und „Open Systems“ begann, findet seit 2004 in der Konzertreihe „Klangbilder“ und seit sechs Jahren im Rahmen der Reihe „Soundtrips NRW“ seine Fortsetzung. Immer wieder schafft es Marin Blume, bedeutende und sehr bedeutende Musiker nach Bochum zu holen, man denke an Namen wie Joelle Leandre, Irène Schweitzer, Phil Minton, Simon Nabatov oder Fred van Hove.

Sie alle finden sich in ihrem ureigensten künstlerischen Ausdruck in dieser – übrigens nicht nur für Jazzkenner – sehenswerten Fotoausstellung wieder.