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Foreigner zum Tournee-Auftakt in Bochum

29.07.2010 | 18:13 Uhr
Foreigner zum Tournee-Auftakt in Bochum
Sänger Kelly Hansen (r.) neben Gitarrist Mick Jones beim Deutschland-Auftaktkonzert im Rahmen der "Can't Slow Down Tour 2010" von Foreigner in Bochum. Fotos: Clemens Bilan/ddp

Bochum. Die amerikanische Band „Foreigner“ kann man durchaus ein Rock-Relikt nennen. Zum Auftakt ihrer Deutschland-Tournee füllten die Musiker die Zeche in Bochum. Die Stimmung indessen war seltsam, besser gesagt: Es kam keine auf.

„Ja, wo ist er denn bloß? Ich seh’ ihn ja gar nicht.“ Nein, wie denn auch. Lou Gramm, der Leadsänger, dem seine Band „Foreigner“ die größten Erfolge mitzuverdanken hat, hat sich schon vor Jahren der Band entfremdet. Nicht wenige der rund 650 Besucher, die Mittwoch in die Zeche gekommen waren, um ihre einstigen Ohrwurmlieferanten zu feiern, schienen das allerdings zu wissen. In Erwartung eines glücklichen Wiedersehens hatten sie satte 48 Euro investiert – und nun war Gramm nicht da und die Enttäuschung groß. Bei allem Respekt: Das hätte man vorher wissen können.

Kelly Hansen.

Foreigner ohne Lou Gramm, das ist trotz fehlender Augenhöhe ein bisschen so wie die Rolling Stones ohne Mick Jagger. Da fehlt einfach das wichtigste Glied, der Charismaträger. Kelly Hansen, der seit 2005 das Gesangsmikrophon bedient, gab sich mit seinem typischen Hardrock-Tenor zwar redliche Mühe. Dennoch stimmte sein Gebaren in anachronistischer Röhrenhose und weitem Hemd eher traurig. Als er mit ins Publikum gehaltenem Mikro versucht, die vorderen Reihen zum Mitsingen des Refrains von „Feels like the first time“ zu bewegen, scheitert der Versuch kläglich. Sieht man selten, so was.

Foreigner gelten als Pioniere des so genannten „Erwachsenenrock“, also melodiöse Hardrockharmonien ohne viel Chi Chi und mit etlichen Keyboardbreitseiten, ehrliche Musik für bodenständige Leute, die die Bratwurst mit Senf jederzeit den Spaghetti mit Meeresfrüchten vorziehen. In den 70er und 80er Jahren hatte die ursprünglich britisch-amerikanische Band ihre größten Erfolge. Songs wie „Waiting for a girl like you“, „Urgent“ oder „I want to know what love is” eroberten die höchsten Chartpositionen und gehören auf jeden Sampler, der die Musik dieser Epoche abseits von New Wave abzubilden sucht. Rockmusik, die selbstbewusst auf der Stelle tritt. Die Lieder laufen noch heute täglich im Radio. Sie stören nicht weiter.

Weitere Termine finden in Bonn und Seebronn statt.

Foreigner gehören allerdings nicht zu denjenigen Bands, die sich nach Jahren quasi wie aus dem Nichts wiederfinden und beschließen, „es“ noch mal wissen zu wollen. Aufgelöst haben sie sich nie; einzig die Besetzung wechselte ständig. Heute ist nur noch Gitarrist Mick Jones von der Originalbesetzung übriggeblieben. Ein tapferer Mann, an dessen erdigem Spiel die Jahre spurlos vorübergegangen sind. Hier ist es also noch mal, das breitbeinige Gitarrensolo, heute so verpönt, früher unabdingbar.

Natürlich spielten sie alle Hits. Die Stimmung indes war seltsam, bzw. es kam einfach keine auf. Auch der Sound, in der Zeche seit längerem eigentlich eine sichere Bank, war gedämpft. Ursprünglich hätten Foreigner im Ruhr Congress auftreten sollen. Dort hätten die Besucher sicher etwas verloren gewirkt.

Marcus Römer

Kommentare
12.08.2010
00:54
Foreigner zum Tournee-Auftakt in Bochum
von Wolle | #11

Wer ist Herr Römer ?? .... was für Konzerte besucht er sonst ?? ...doch wohl nicht das Sonntagskonzert von WDR4 ... Das Foreigner - Event war...
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Foreigner zum Tournee-Auftakt in Bochum
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2010-07-29 18:13
Bochum