Flüchtlingskinder lernen in den Ferien Deutsch

Der Solidarfonds mit Dr. Michael Kohlmann (2.v.r.) und Olaf Henning (3.v.l.) richtet mit Prof. Dr. Lena Heine (Mitte) von der Ruhr-Universität ein Sprachcamp für Flüchtlingskinder ein. Die Stiftung unterstützt auch die Heinrich-von-Kleist-Schule (links: Leiter Eckhard Buda und Lehrerin Daniela Gärtner) und die Brüder-Grimm-Schule (re. Leiterin Christiane Nicolai).Foto:Dietmar Wäsche
Der Solidarfonds mit Dr. Michael Kohlmann (2.v.r.) und Olaf Henning (3.v.l.) richtet mit Prof. Dr. Lena Heine (Mitte) von der Ruhr-Universität ein Sprachcamp für Flüchtlingskinder ein. Die Stiftung unterstützt auch die Heinrich-von-Kleist-Schule (links: Leiter Eckhard Buda und Lehrerin Daniela Gärtner) und die Brüder-Grimm-Schule (re. Leiterin Christiane Nicolai).Foto:Dietmar Wäsche
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Die Solidarfonds-Stiftung NRW und die Ruhr-Uni starten am Montag ein Pilotprojekt. 22 Flüchtlingskinder erhalten in den Ferien Deutsch-Unterricht.

Bochum/Witten..  „Ohne Sprache keine Integration“: Dr. Michael Kohlmann weiß, wie wichtig Deutsch-Kenntnisse für Flüchtlinge sind. Mit seiner Solidarfonds-Stiftung NRW geht er jetzt in die Offensive. Gemeinsam mit drei Wittener Schulen wird in dieser Woche das bundesweit erste Ferien-Sprachcamp für Flüchtlingskinder eingerichtet. Die Ruhr-Universität leistet wertvolle Starthilfe.

Seit über 25 Jahren fördert und begründet die Solidarfonds-Stiftung Bildungsprojekte in Nordrhein-Westfalen. Mit der „Sommerschule für neu eingewanderte Schülerinnen und Schüler“ (so der offizielle Titel) beschreiten der Vorstandsvorsitzende Dr. Kohlmann, sein Team und die Kooperationspartner Neuland. Vom Erfolg ist der Solidarfonds-Chef überzeugt – und kann sich gut vorstellen, das Camp in weiteren Revierstädten zu etablieren. So auch in Bochum, wo die Zahl der Asylbewerber auch in nächster Zeit stark ansteigen wird.

Verpflegung, Ferienpass, Ausflüge

Witten macht am Montag den Anfang. 22 Flüchtlingskinder ab Klasse 5 lernen in den ersten drei Ferienwochen in der Holzkamp-Gesamtschule intensiv Deutsch. Die Jungen und Mädchen, soeben dem Grauen in Kriegs- und Elendsregionen entkommen, werden montags bis freitags in fünf Kleingruppen von zwölf Lehramtsstudenten der Ruhr-Universität unterrichtet. „Die Studierenden wurden umfassend auf ihre Aufgabe vorbereitet und auch für den Umgang mit traumatisierten Kindern geschult. Alle sind hoch motiviert“, sagt Prof. Dr. Lena Heine, die das Feriencamp als Direktorin des Seminars für Sprachlehrforschung der Ruhr-Uni betreut.

Die Flüchtlingskinder werden während der drei Wochen verpflegt und erhalten einen Ferienpass. Ihre Sprachkenntnisse können sie sogleich bei Nachmittagsausflügen umsetzen. Der Solidarfonds finanziert das Pilotprojekt mit 6500 Euro.

In der vergangenen Woche wurden im Hotel Goldschmieding in Castrop-Rauxel die Förderschecks überreicht. Ein erklecklicher Teil der weiteren 60 000 Euro, die die Stiftung ausschüttet, kommt zwei Bochumer Schulen zugute:
– 5000 Euro für das Lernbüro und digitale Lernprogrammen an der Heinrich-von-Kleist-Schule sowie weitere 800 Euro für einen Beamer;
– 1500 Euro für digitale Lernprogramme für die Brüder-Grimm-Förderschule sowie weitere 1000 Euro für Lern- und Lesebücher.

Die Schecks überreichten Dr. Kohlmann und Schlagersänger Olaf Henning, der sich wie weitere Prominente (u.a. Roland Kaiser) seit vielen Jahren in der Stiftung engagiert. „Kinder ohne Bildung“, bekräftigen sie, „sind wie ein Haus ohne Fundament.“

Auf den Solidarfonds kann das Revier auch künftig bauen.