Feuer in Einfamilienhaus in Bochum - Ehestreit eskaliert

24 Kräfte der Feuerwehr waren an dem Haus (li.) in der Coloniastraße im Einsatz. Später kam auch noch die Kripo hinzu.
24 Kräfte der Feuerwehr waren an dem Haus (li.) in der Coloniastraße im Einsatz. Später kam auch noch die Kripo hinzu.
Foto: Karsten John
Was wir bereits wissen
Nach einem Brand in einem Einfamilienhaus liegt ein Mann im Krankenhaus. Er will sich selbst lebensgefährlich verletzt und das Feuer gelegt haben.

Bochum.. Bei einem blutigen Familiendrama ist am Mittwoch ein Mann Mitte 50 lebensgefährlich verletzt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat er sich die Verletzungen nach einem Ehestreit selbst zugefügt und danach Feuer in seinem eigenen Haus gelegt, so dass eine Holztreppe brannte. Die Feuerwehr, die mit 24 Kräften vor Ort war, musste mit Atemschutz in das ältere Doppelhaus vordringen, konnte den Brand aber schnell löschen.

Vor und in dem Haus, das an der Coloniastraße in Langendreer-West steht, spielten sich in den Morgenstunden dramatische Szenen ab. Der Hauseigentümer soll dort schon seit vielen Jahren mit seiner jüngeren Ehefrau und den drei gemeinsamen schulpflichtigen Kindern wohnen. Gegen 8.45 Uhr rief die Ehefrau bei der Polizei an, weil sie Hilfe wegen des Streits brauchte. Wie die Polizei sagt, war sie zuvor aus dem Haus geflüchtet. „Ob die Frau von ihrem Mann angegriffen worden ist, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Guido Meng der WAZ. Als sie zum Haus zurückkehrte, lag ihr Mann mit massiven Stichverletzungen an seinem Leib auf der Eingangstreppe vor dem Haus und blutete stark. Einer Nachbarin zufolge habe er gesagt, dass ihn seine Frau „zur Weißglut getrieben“ habe.

Kinder sollen während des Dramas in der Schule gewesen sein

Laut Polizei hat er selbst zugegeben, sich mit einem Messer verletzt und dann Feuer gelegt zu haben. Dabei soll auch Brandbeschleuniger eingesetzt worden sein.

Im Laufe des Tages sprach sich das Drama im Umfeld der Familie immer weiter herum. Am Nachmittag erschienen mehrere Menschen an dem Haus, um zu hören, was genau passiert war. Eine Nachbarin erklärte, dass sie zur Tatzeit in ihrer eigenen Wohnung zunächst ein Knistern von draußen gehört und dann das Feuer gesehen habe. „Hilfe!“ habe ein Mann in dem Haus gerufen, offenbar der Eigentümer. Sie selbst habe dann die Feuerwehr angerufen. Später hätten die Rettungskräfte dem Familienvater vor seinem Haus das Hemd aufgeschnitten, um ihn notärztlich zu versorgen.

Außer ihm wurde auch seine Frau von Rettungskräften versorgt, weil sie schwer schockiert war. Die Kinder sollen während des Dramas in der Schule gewesen sein. Im Laufe des Tages wurde das Jugendamt eingeschaltet, das sich um die Kinder intensiv kümmerte.

Haustür bis zum Nachmittag versiegelt

Die Eheleute sollen sich schon mehrfach gestritten haben, hieß es in der Nachbarschaft. Worum es bei dem Streit am Mittwoch gegangen ist, werden die Polizei und Staatsanwalt Dietrich Streßig jetzt klären. Die Ermittler haben eine Mordkommission eingerichtet, nicht nur wegen der Messertat, sondern auch wegen der massiven Brandstiftung.

Die Haustür war zumindest bis zum Nachmittag versiegelt. „Brandstelle von der Polizei beschlagnahmt, Betreten verboten“, stand dort auf einem Aushang.

Betroffen von dem Streit sind auch zwei Sittiche der Familie. Sie landeten im Käfig zumindest vorübergehend bei einer Nachbarin.