Fehlende Frühbetreuung führt zu Problemen

Wenn nicht gerade Streik ist, können Bochumer Eltern ihre kleinen Kinder ganz früh in den Kindergarten bringen. Da klappt die Frühbetreuung flächendeckend. Anders sieht es aus, wenn die Kinder schulpflichtig werden. Eine Über-Mittag-Betreuung gibt es nahezu an jeder Grundschule, eine Frühbetreuung nur an wenigen. An der Grundschule an der Feldsieper Straße zum Beispiel nicht. Und genau das ist für WAZ-Leserin Gabi H. ein Problem.

Ihr Sohn geht nach den Sommerferien in die erste Klasse. Die Feldsieper Schule wäre die erste Wahl, weil die am nächsten gelegene Schule. „Da könnte er allein hin. Aber er müsste auch früh da hin können“, sagt sie. „Ich muss weiterhin früh anfangen. So sind nun mal meine Arbeitszeiten. Aber wenn es an da keine Frühbetreuung gibt, muss ich ihn zu einer anderen Schule mit dem Auto fahren. Das wäre für mich keine befriedigende Lösung.“

Eine rasche Auflösung des Problems ist vorerst nicht in Sicht. Eine Anspruch auf Frühbetreuung habe die Mutter nicht, sagt die Stadt. Es sei in der Tat so, dass manche Träger der Offenen Ganztagsschule (OGS) eine Frühbetreuung an den Grundschulen vor dem Unterrichtsbeginn anbieten und andere nicht. „Dabei handelt es sich um historisch gewachsene Strukturen“, sagt Stadtsprecherin Tanja Wißing. „Das heißt, die OGS-Träger haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Elternbedarfe reagiert und – da wo verstärkt gewünscht und personell wie finanziell machbar – über die Jahre eine Frühbetreuung eingerichtet.“

In ihrer Arbeitsgemeinschaft erarbeiten OGS-Träger, Schulen, Schulverwaltungsamt, Jugendamt und Schulamt eine neue Kooperationsvereinbarung, die zum Start des Schuljahres 2015/2016 fertig sein soll. Aktueller Stand ist, dass trotz der defizitären Haushaltslage die Stadt daran interessiert ist, das OGS-Angebot zu erhalten und – wo gewünscht und möglich – bedarfsgerecht anzupassen. In diesem Fall hieße das, dass sich genügend Eltern finden müssten, die eine Frühbetreuung an der Feldsieper Schule wollen und dass sowohl OGS-Anbieter und Schule einem Ausbau der Betreuung zustimmen. Ausreichend nachgefragt wird sie aber augenscheinlich wie der kommissarische Schulleiter Michael Latz bestätigt: „Der Bedarf wäre wohl da. Wir verstehen das auch. Deshalb wird es weitere Gespräche geben.“