Faszination über den Dächern der Stadt

Interessierte Besucher. Zahlreiche Gäste schauten sich auf der Dachterrasse an der Königsallee 12 um und kamen mit Architekten und Bauherren ins Gespräch.
Interessierte Besucher. Zahlreiche Gäste schauten sich auf der Dachterrasse an der Königsallee 12 um und kamen mit Architekten und Bauherren ins Gespräch.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Am Tag der Architektur schauen sich zahlreiche Besucher um. Ein Streifzug auf eine Dachterrasse und in einen Hörsaal mitten in der City.

Bochum.. Es ist der Traum von einer eigenen Dachterrasse mitten in der Stadt, den sich die fünf Eigentümer des Hauses Königsallee 12 verwirklicht haben. Die drei Architekten unter ihnen, Detlev Bruckhoff, Susan Kowalski und Simone Steinborn, haben den ehemaligen Dachboden des Mehrfamilienhauses aus den 50er Jahren zu einem Ort gemacht, der dazu einlädt in der Hängematte zu faulenzen, den Kindern erlaubt ungestört zu spielen, Freunde zu Parties willkommen zu heißen und der die Besucher beim „Tag der Architektur“ fasziniert.

„Mir gefällt das gesamte Design, die Farben und wie großzügig der Platz gestaltet ist“, sagt Elisabeth Heidmann, die an diesem Wochenende gemeinsam mit ihrem Mann verschiedene private und öffentliche Gebäude besucht. Alle Projekte sollen, so lautet das diesjährige Motto des Bundes deutscher Architekten, auf die dauerhafte Wertigkeit guter Architektur hinweisen.

„Ich hätte etwas mehr Grün erwartet“, sagt Peter Kowalski. Auf der kompletten Fläche ist über die neue Dämmung grauer Holzboden verlegt. Aber es gibt einen Baum, der seinen Platz umgeben von bunten Blumen und einem rechteckigen Wasserbecken auf der einzigen tragenden Wand gefunden hat. „Die ganze Planung hat sich um diesen Baum gedreht, den wir unbedingt wollten“, sagt Architekt und Miteigentümer Detlev Bruckhoff. „Mit unserem Konzept wollen wir das Stück Fläche, auf dem das Haus steht, zurückzugeben.“

Ausstellungen und Konferenzen im Blue Square

Fünf Monate hat die Bauphase gedauert. Das Dach wurde herausgeschnitten, die Fassade und mit ihr die Fenster zum Hof, sind aber geblieben. Von der Straße aus ist von den bunten Tischen, der kleinen Kochnische mit Grill, der Hängematte, großen grünen Sitzkissen und vielen Besuchern am Samstag nichts zu sehen. Eine der Gäste ist Babara Reddigau: „So einen Ort mitten in der Innenstadt zu haben, das ist beeindruckend und steigert sicherlich die Wohnqualität.“

Die Bochumerin hat sich am Tag der Architektur auch das Blue Square, das Hörsaalgebäude der Ruhr-Uni, angesehen, das nicht auf dem Campus, sondern mitten in der City steht. „Eine gute Idee. Hoffentlich werden die Angebote in der Innenstadt von allen genutzt,“ sagt sie. Denn mit dem Blue Square soll die Wissenschaft nicht nur für Studenten und Lehrende ins Zentrum des Stadtlebens gebracht werden, sondern auch für alle anderen Bürger in Form von Ausstellungen, Vortragsreihen oder Konferenzen.

Für Bauherr Michael Mauer stand dies im Vordergrund. „Wissenschaft, Handwerk, Industrie, Politik soll hier integriert werden.“ Zwei Jahre haben Planungs- und Bauphase gedauert, in der die Architekten Ivana Zabec und Holger Lux an den alten Stil des Geschäftshauses angeknüpft und einen modern Versammlungsort gestaltet haben. „Funktional, wertig und nachhaltig sollte das Objekt werden, so Lux. Damit seien zwar hohe Kosten verbunden gewesen, aber Qualität sichergestellt worden. Die fünf Etagen wurden kernsaniert, alle Räume mit neuester Technik ausgestattet und künstlerisch gestaltet. Durch den Einsatz von Glas sei das Gebäude so transparent wie möglich. Überall finde sich in Design und Architektur das Grün und Blau sowie das von der Künstlerin Inge Brune variierte Quadrat wieder – beides Elemente des Ruhr-Uni-Logos.