Fans der Beatles gründen Stammtisch in Bochum-Stiepel

Erster Beatles-Stammtisch in Stiepel: Die Teilnehmer um Superfan Norbert Fiedler (vorne) erzählen von ihrer Liebe zu den Fab Four.
Erster Beatles-Stammtisch in Stiepel: Die Teilnehmer um Superfan Norbert Fiedler (vorne) erzählen von ihrer Liebe zu den Fab Four.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beatles-Freunde tauschen in Stiepel Erinnerungen und Schallplatten aus. Gründungsmitglied Michael Krieger übernachtete einst bei John Lennons Tante.

Bochum-Stiepel.. Was macht einen Fan aus? Die vollständige Plattensammlung, von „Please Please Me“ bis „Let it Be“, die Jagd nach raren Reliquien auf Trödelmärkten. Nicht zuletzt auch: Eine gemeinsame Geschichte, die Fan und Idol magisch verbindet.

Um solche Erinnerungen auszutauschen und alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, hat Norbert Fiedler den Beatles-Stammtisch gegründet, jüngst haben sich Bochumer Fans der „Fab Four“ in der Stiepeler Kneipe Lindenhof zum ersten Mal getroffen. Ein Name für die Runde war auch schnell gefunden: Ruhrgebeatles.

Bravo-Starschnitt

Die rund 20 Pilzkopf-Freunde sind mit den Beatles groß geworden: „Wir haben uns mit den Alben mitentwickelt“, sagt Fiedler. Der Soundtrack einer Jugend im Aufbruch, Anfang der 60er, schaffte es auch hinter den Eisernen Vorhang – dank Fans wie Dieter Peter: „Meine Cousine wohnte im Osten und kannte die Beatles aus dem Westradio“, erzählt er. Nun wollte die gerne den begehrten Bravo-Starschnitt ihrer Idole haben und bat Peter, den in der Post zu verstecken: eine Mammutaufgabe, bei 42 Einzelstücken.

Überhaupt, die Liverpooler und die Frauen: Damals brachten die Pilzköpfe die Mädels zur Hysterie, beim Fan-Stammtisch war aber nur eine einzige Frau zugegen: „Das wundert mich schon“, sagt Ilse Bendner, fast ein wenig empört.

Am Beatles-Stammtisch sollen aber nicht nur Anekdoten alter Tage ausgetauscht werden: Auch Unternehmungen wie gemeinsame Konzertausflüge sind geplant. Wobei es Geschichten gibt, die sich das Fanherz sich von der Seele reden muss. Zum Beispiel die, wie Michael Krieger im Herbst ‘79 drei Tage bei John Lennons Tante Mimmi zu Gast war: Mit einem Freund machte er Urlaub in Südengland, wo Lennon seiner Tante ein Haus geschenkt hatte.

Die eifrigen Fans machten das ausfindindig, und stellten sich als „Some Friends of John from Hamburg“ vor. Tante Mimmi glaubte das glatt, und lud die Jungs drei Tage in Folge zu Tee und Gebäck ein, zeigte ihnen auch die goldenen Schallplatten, die Lennon dort lagerte. Krieger, der stolze Fan, dokumentierte das alles mit Fotos. Zum Abschied gab Tante Mimmi den angeblichen „Friends from Hamburg“ einen Schuhkarton mit – mit originalen Postkarten vom Beatles-Star.

Jahre später war Krieger zu Gast bei Norbert Fiedler, der ihm seine 5000 Stück starke Sammlung an Beatles-Artefakten zeigte. Krieger war begeistert: „Für mich beginnt ein zweiter Beatles-Frühling“, sagte er. Und damit war, wie er und Fielder erzählen, die Idee für den Beatles-Stammtisch geboren.