Familie schmückt Vorgarten liebevoll mit Figuren

Sabine Cubos (rechts)steht mit ihrer Tochter Farrah Jeanne Cubos in ihrem Vorgarten zwischen den Figuren der Heiligen drei Könige. Sabine Cubos sammelt viele Figuren und dekoriert damit vor und in dem Haus..
Sabine Cubos (rechts)steht mit ihrer Tochter Farrah Jeanne Cubos in ihrem Vorgarten zwischen den Figuren der Heiligen drei Könige. Sabine Cubos sammelt viele Figuren und dekoriert damit vor und in dem Haus..
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Seit vielen Jahren schmückt eine Familie den Garten ihres Hauses in Kornharpen liebevoll mit christlichen Figuren. Noch bis zum 6. Januar sind diese dort zu sehen.

Bochum.. Sabine Cubos verbindet Glauben mit Dekorationslust. Ihr Elternhaus steckt voller Überraschungen. Aber am 6. Januar endet auch hier das Weihnachtswunder. Sie kennt die Geschichte um die Sterndeuter von Bethlehem genau. „Sie steht am Anfang des Matthäus-Evangeliums“, so die Kommunionshelferin der Großpfarrei St. Peter und Paul. Ohne in ihre große Bibel mit Goldband zu blicken, berichtet sie von König Herodes, wie er einst die Sterndeuter schickte, um den neugeborenen König der Juden zu finden, dessen Macht er fürchtete.

Cubos liest nicht nur jeden Abend in Gottes Wort, sondern sie umgibt sich mit allem, was ihr heilig ist. Vor dem Familienhaus in Kornharpen steht seit nunmehr 15 Jahren eine Krippe mit hüfthohen Figuren. Caspar, Melchior und Balthasar wenden dem Spaziergänger den Rücken zu und blicken in die Wiege zum Jesuskind. „Eigentlich sind es ja keine Könige, aber da im Alten Testament steht, dass sie das Kind beschenken, dachten die Leute, es müssten reiche Leute sein und so wurden es Könige“, erläutert Cubos. Die 54-Jährige, die vor der Heirat mit einem philippinischen Mann Anfang der achtziger Jahre vom Protestantismus zum Katholizismus konvertiert ist, erfreut sich am Stall zu Bethlehem, der ursprünglich für eine Kirche gedacht war. Nach kurzer Bedenkzeit besiegelte die Familie den Kauf bei der Mühle Eppert in Herten. Seither steht die Krippe zur Weihnacht im Vorgarten.

In Cubos Elternhaus, in dem sie mit ihrer Mutter, zwei Brüdern von insgesamt acht Geschwistern sowie Tochter Farrah Jeanne lebt, gibt es kaum einen freien Platz. Gleich hinter der Eingangstür grüßt der singende Weihnachtsmann, der dem Besucher direkt in die Augen blickt. Heiligenbilder lenken den Blick die Treppe hinauf, an deren Ende eine Figur von Jesus wartet. Der Heiland bleibt der stille Star im Eingang, trotz des trällernden Santa Claus.

Der Ochse war mal eine Kuh

Fünf Krippen gehören in der Weihnachtszeit zum Haus. Der Schatz von „Omma“ Hildegard Bleich sind seit Mitte der 90er Jahre die Krippenkinder aus Biskuit-Porzellan, denen einige Steiff-Tiere Gesellschaft leisten. Den Königen bastelte sie hübsche Sandalen, weil die wohl nicht barfuß gelaufen seien, erläutert die Mutter von neun Kindern und Oma von zehn Enkelkindern. Der Ochse war zwar mal eine Kuh, doch Hildegard Bleich entfernte das Euter, damit das Bild wieder stimmt. „Ich lege Wert auf schöne Sachen. Das kommt vielleicht daher, dass wir als Kinder im Krieg und in der Nachkriegszeit nichts hatten“, erklärt die 86-Jährige ihre Liebe zu Puppen, Spieluhren und Dekoration. Das Haus gleicht darum einem Wunderland. Jede Tür darin öffnet eine neue Welt, die bis in den fernen Orient reichen kann.

Doch auch in Kornharpen besiegelt das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar die Weihnachtszeit. Dann verschwinden die Sterndeuter und die ganze Pracht im Keller oder in Schränken. „Die Winterkinder dürfen aber noch stehen bleiben“, lässt Hildegard Bleich wissen. Erst im März, wenn der Frühling lockt, ist auch die Zeit der Schneemänner und Rodler endgültig vorbei. Dann wandern die Sommerwunder vor die Tür.