Falschfahrer fuhr mit hohem Tempo über die A43

Foto: kdf
Was wir bereits wissen
  • Der Falschfahrer von der A43 war vor der tödlichen Kollision sehr schnell: 130 bis 170 km/h laut Zeugen
  • Würde er noch leben, würde die Staatsanwaltschaft ernsthaft über eine Mord-Anklage nachdenken
  • Ob der BMW-Fahrer Rauschmittel oder im Blut hatte, klärt jetzt ein Gutachter

Bochum.. Der Bochumer Falschfahrer (36) von der A43 soll bei seiner tödlichen Fahrt am Samstagabend bei Witten-Heven zwischen 130 und 170 km/h schnell gewesen sein. Das haben Zeugen geschätzt, sagte am Dienstag der Bochumer Staatsanwalt Michael Nogaj, der die Ermittlungen leitet, auf WAZ-Anfrage. Die Tachoanzeige des BMW blieb zwischen 120 und 125 km/h stehen – ähnlich wie bei dem VW, den der BMW frontal erfasst hatte.

Gegen Tote wird nicht ermittelt. Würde der BMW-Fahrer aber noch leben, würde sich Nogaj ernsthaft Gedanken machen, ob er ihn wegen Mordes anklagt, wie er sagte. Er hat „keinen vernünftigen Zweifel, dass es ein Suizid war“. Die Ermittlungen laufen deshalb, um den Unfallhergang zu dokumentieren und zu klären, ob es weitere Beteiligte als bisher bekannt gab. Dafür spreche aber nichts“, sagte Nogaj.

Toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben

Am Dienstag wurden die Leichen des Falschfahrers und des Paares (24, 28) aus Breckerfeld, das in dem VW saß, in der Rechtsmedizin in Essen obduziert. Ob der Fahrer des BMW – ein Firmenfahrzeug – Rauschmittel im Blut hatte, ist noch unklar. Nogaj: „Alkoholbestimmung und weitergehende toxische Untersuchungen sind von der Staatsanwaltschaft beim rechtsmedizinischen Institut in Auftrag gegeben worden.“ Es werde auch mit Ärzten gesprochen für die Frage, ob beziehungsweise welche psychischen Probleme der Mann hatte. Er soll allein gelebt und keine eigenen Familie gehabt haben. Früher soll er in der Firma seines Vaters gearbeitet haben.