Fall des getöteten Mädchens Swetlana (2) wird immer bizarrer

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die zweijährige Swetlana musste sterben, weil sie den Plänen des 39-jährigen Freundes der Mutter im Weg stand. Der Fall nimmt immer bizarrere Züge an.

Bochum.. Der Prozess um den gewaltsamen Tod der zweijährigen Swetlana wird wohl erst Ende April oder Anfang Mai beginnen. Doch im Vorfeld der Verhandlung kommen weitere bizarre Details aus dem Umfeld der Tat ans Licht. Bereits vor der letztlich vollendeten Ermordung des Mädchens, die die Bochumer Staatsanwaltschaft dem 39-jährigen S. vorwirft, soll der Mann dem Kind mehrmals Insulin gespritzt haben, „um die Wirkung des Stoffes zu testen“, wie es in der Anklageschrift heißt.

Kriminalfall Weil sich die Lippen der Zweijährigen daraufhin blau verfärbten, soll die Mutter angekündigt haben, mit ihrer Tochter einen Arzt aufzusuchen - für die Kleine soll es das Todesurteil gewesen sein: Am Abend des 23. November des vergangenen Jahres habe der 39-jährige Freund der 27-jährigen Mutter dem Mädchen im Kinderzimmer in der gemeinsamen Wohnung eine größere Dosis Insulin gespritzt und sie schließlich drei Stunden später erstickt, so hat es die Staatswaltschaft ermittelt.

Den Beschluss, die Tochter seiner Freundin zu töten, soll S. laut Anklage bereits Anfang des Monats November 2014 gefällt haben. Da habe die Kindesmutter eine geplante Auswanderung der Familie nach Spanien oder in die Niederlande endgültig abgesagt. Sie hatte die Zusage erhalten, dass ihre geistig leicht zurückgebliebene Tochter einen Platz in einer Frühförderungsstelle in Bochum erhalten könnte. Swetlana durchkreuzte so unfreiwillig die Pläne des 39-Jährigen.

Laut Anklage 20.000 Euro Schulden

S. soll sogar vorgehabt haben, sein eigenes Ableben zu inszenieren. Die Anklage berichtet von dem Plan, einen Arzt aufzusuchen, ihn zu entführen, zu betäuben und ihn dann in seinem Auto zu verbrennen. Seinen eigenen Personalausweis wollte S. dann am Tatort zurücklassen. Im Internet habe der 39-Jährige recherchiert, wie sich Menschen eine neue Identität zulegen können.

S. drückten laut Anklage 20.000 Euro Schulden. Im Ausland hätte der 39-Jährige, der als Hausmeister im Polizeipräsidium auf ein Einkommen von rund 1500 Euro kam, ein neues Leben beginnen wollen - im Weg war die Tochter seiner Freundin.