Fachkräftemangel droht in der Pflege
21.09.2011 | 00:00 Uhr 2011-09-21T00:00:00+0200
Bochum.Die Agentur für Arbeit warnt vor einer dramatischer Entwicklung. Schon heute kommen auf 100 offene Stellen für Altenpfleger in Bochum nur noch 50 Bewerber. Der Runde Tisch Pflege sucht Perspektiven.
Stell’ dir vor, es gibt Jobs, und keiner will sie haben: Dieses düstere Bild könnte im Bereich der Altenpflege mittelfristig zur Realität werden. „Noch haben wir dort nur einen Fachkräfteengpass, der aber zum Fachkräftemangel werden kann“, sagt Udo Glantschnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.
Schon heute kommen auf 100 offene Stellen für Altenpfleger in Bochum nur noch 50 Bewerber, von denen ein Drittel über 55 Jahre alt oder gesundheitlich eingeschränkt ist. „Im Schnitt bleibt eine Stelle 110 Tage vakant. 2008 dauerte es noch 56 Tage, bis sie besetzt werden konnte.“
Demografischer Wandel wird Situation verschärfen
Der demografische Wandel wird die Situation verschärfen: Es wird immer mehr alte Menschen mit Pflegebedürfnis geben, und immer weniger junge entscheiden sich für die Altenpflege. Dabei ist es eine echte Zukunftsbranche: „Wer einsteigt, hat einen lebenslang gesicherten Arbeitsplatz“, versichert Agentur-Geschäftsführer Thomas Keyen.
Doch viele kehren ihm nach der Ausbildung den Rücken; die körperliche und psychische Belastung ist ihnen zu groß. „Es ist nicht die Bezahlung, die abschreckt“, so Glantschnig.
Wenn die Branche nicht umzudenken beginne, werde es in fünf bis zehn Jahren einen eklatanten Fachkräftemangel geben. Zwar bildet die Altenpflege ein bisschen mehr aus als der Berufe-Durchschnitt, doch reicht das nicht aus angesichts des steigenden Bedarfs.
Also sei ein Umdenken nötig, vor allem, so Glantschnig, bei den Arbeitgebern. 83 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege sind Frauen. „Die Branche muss flexibler werden, die Bedürfnisse nach Familie und Beruf mehr berücksichtigen.“
Runder Tisch Pflege als Austausch-Plattform
Die Arbeitsagentur Bochum hat vor einem Jahr den Runden Tisch Pflege ins Leben gerufen; rund 40 Einrichtungen und die Hochschule für Gesundheit nutzen ihn als Austausch-Plattform. „Dort keimt die Erkenntnis, Vorsorge treffen zu müssen. Die Altenpflege ist keine Branche, die Jugendliche mit Hurra überrennen. Pro Jahr sinkt die Zahl der Bewerber um fünf bis sieben Prozent.“
Die Arbeitgeber sollten sich auf den Nachwuchs einstellen, um ihn zu erreichen, etwa über Facebook, wenn die Berufe interessanter werden sollen.
An einer Qualifizierung Interessierte können sich für weitere Informationen und ein ausführliches Beratungsgespräch an die Hotline Altenpflege, Telefon 0234-305 2000, in der Agentur für Arbeit wenden.
Überdies müssten Einzelverrichtungen auf den Prüfstand. Glantschnig: „Viele, die ausscheiden, berichten von berufsfremden Tätigkeiten, die sie machen mussten. Eine Umstrukturierung wird nicht zu vermeiden sein.“ Das ginge etwa durch Änderung der Arbeitszeiten, um Belastungen zu mindern. Oder durch Ausgliederung von Angeboten, die einer normale Pflegekraft Luft verschaffen kann, wie die Essensausgabe; „dafür ist keine examinierte Altenpflegerin nötig“.
Umschulungsmöglichkeiten zum Altenpfleger
In diesem Jahr sollen 35 Umschulungsmöglichkeiten zum Altenpfleger angeboten werden, finanziert durch die Initiative zur Flankierung des Strukturwandels. Sie dauert drei Jahre. Überdies sollen in den Heimen Qualifizierungen angeboten werden, Adressaten sind dabei vor allem die Pflegehelfer. Ein weiterer Personenkreis sind Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund. „Auch die hier lebenden Türken werden im Alter nicht mehr ausschließlich in Großfamilien gepflegt – die Zeiten sind vorbei. Da sind entsprechende Pflegekräftem die deren Kultur und Sprache beherrschen, eine Erleichterung.“
Am 4. November soll es das erstes Ergebnis aus dem Runden Tisch einen Arbeitgebertag Gesundheit geben. In der Rewirpower-Lounge wird u.a. auch Bundesarbeits- und sozialministerin Ursula von der Leyen erwartet.

17:11
Wenn ich etwas über den sogenannten Fachkräftemangel im Bereich Pflege lese, platzt mir regelmäßig der Kragen. Ich bin selber als sogenannte Pflegeassistenz in einem Privathaushalt tätig, und dies ungelernt. Dabei habe ich festgestellt, dass ich viel besser meine Arbeit verrichte, als viele gelernte Pflegekräfte. Als Referenz kann ich auf meinen Arbeitgeber verweisen. Der Fachkräftemangel hat einzig und allein etwas mit den Arbeitsbedingungen zu tun UND erst dann kommt die miese Bezahlung. Zweitens kann ich in meinem Fall nur sagen...wie kann es sein, dass man bei geltendem Gesetz für sein RECHT auf angemessene Pflege über Jahre im Rechtsstreit mit einem bestimmten Leistungsträger vor das Sozialgericht ziehen muss ??? Konkretes Beispiel: Alleinerziehende Mutter, Pflegestufe 3 (Infantile Celebral Parese) , zwei Kinder, 3 und 7 Jahre alt, bekommt lediglich 13 Stunden Pflege am Tag zugesprochen. Da diese Mutter um sechs Uhr in der Früh aufsteht, kann sie ja auch logischer Weise um 19:00 Uhr
ins Bett gehen ??? Na und die 2 Nachtstunden, die mit 50 % vergütet werden, sind ja dann auch aussreichend, nicht wahr ?
Vielen Dank für Ihr Gehör.
Für ein ganzseitiges Interview mit dieser Thematik stehe ich außerordentlich gerne zur Verfügung
13:57
Scheinbar wurde die fotografierte Person schnell aus dem Bett gezerrt:
1. ungekämmt
2. Hörgerät hängt neben dem Ohr
Soll da PFLEGELEISTUNG sein?
10:09
Was für eine Frechheit meine Frau ist Ausgebildete Altenpflegehelferin und sucht seit einem Jahr, hat alle Heime in Bochum schon mehrfach angeschrieben aber es gab weder Absagen noch kam eine Bewerbung zurück und ne Einladung schon gar nicht.
Aber Angebote von der Agentur hat sie viele für Bochumer Heime bekommen aber alles nur 400 euro stellen und das sie diese nicht will kann man ja wohl verstehen oder ? da brauchen die Heime sich nicht Wundern wen den Job keiner mehr machen will und sich was anderes sucht
09:47
Es gibt hundertausende ausgebildete Pflegekräfte in Deutschland .Nur das keiner lange in diesem deutlich unterbezahlten Beruf bleiben will .
1000 € brutto / Monat mehr und wir haben eine Pflegeschwemme .
Bei Ärzten ohne mit der Wimper zu zucken jeder Preis bezahlt . Bis 100 € / Std . für teils unfähige Leihärzte . Hauptsache einen weissen Kittel an .
So ist das !