Explosion in Pizzeria - Kripo vermutet Brandstiftung
25.10.2011 | 13:03 Uhr 2011-10-25T13:03:00+0200
Bochum. Auf eine Pizzeria in Bochum-Langendreer ist in der Nacht auf Dienstag möglicherweise ein Brandanschlag verübt worden. Die Frontscheibe wurde weggesprengt. Verletzt wurde niemand. Die Kripo nahm fünf Bochumer fest, ließ sie aber wieder laufen.
„Das hat geknallt, als wenn es ein Erdbeben gegeben hätte“, sagte ein Nachbar am Morgen danach. Olaf Bruchhaus steht, mit einem kleinen Jungen auf dem Arm, neben einer Steh-Pizzeria in Langendreer, in der es in der Nacht zuvor eine heftige Explosion gegeben hat. Vieles deutet auf einen Brandanschlag hin, denn in dem Laden fand die Kripo Brandbeschleuniger. Eine spezielle Ermittlungskommission war vor Ort. Und auch der Staatsschutz. Noch in der Nacht wurden fünf Bochumer festgenommen, inzwischen aber wieder freigelassen.
Massenhaft Scherben und Splitter bedecken neuwertiges Auto
„Bella Bellissimo“ steht über dem einstöckigen Stehimbiss an der Kaltehardtstraße 40, einer beschaulichen Tempo-30-Zone mit Wohnhäusern. Aber schön sieht es in dem kleinen Laden seit 23.45 Uhr überhaupt nicht mehr aus. Die Wucht der Explosion, einer Verpuffung, war so gewaltig, dass die Frontscheibe geradezu weggesprengt worden ist. Außerdem hatte die Druckwelle den Rahmen der massiven Eingangstür bis zu einem Meter weit herausgedrückt. Die Scherben, die groß wie eine Männerhand sind, und tausende Splitter flogen bis auf die gegenüberliegende Straßenseite. Direkt vor dem Laden, der „Pizza, Nudeln, Salate“ und auch einen Lieferservice mit Pizza-Taxi anbietet, stehen zwei Autos, ein neuwertiger Volvo und ein alter Opel-Astra. Der Volvo ist übersät mit Scherben, eine Seitenscheibe ist zerstört, der weiße Lack vielfach zerkratzt.
Anwohner Olaf Bruchhaus, der im unmittelbar an die Pizzeria angebauten Mehrfamilienhaus wohnt, sagte der WAZ: „Um 23.45 Uhr hat es geknallt. Es war sehr laut. Dann bin ich runter, gucken, was los ist. Dann hat es darin schon gebrannt. Es hat nach Benzin und Gas gerochen. Deshalb haben sie (die Feuerwehr, Anm. d. Red.) den Gashahn zugedreht, weil befürchtet wurde, dass das ganze Haus in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.“
„Das war richtig Volksbelustigung heute Nacht“
Alle Anwohner des dreigeschossigen Nachbarhauses wurden evakuiert. Über zwei Stunden standen sie auf der Straße, bevor sie in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Auch Nachbarn anderer Wohnhäuser kamen auf die Straße und verfolgten den Einsatz. „Das war richtig Volksbelustigung heute Nacht“, sagte Anwohner Heinz-Joachim Weilbeer der WAZ am Dienstagmorgen.
Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, zumal der Einsatzort ebenerdig war. Menschen wurden nicht verletzt. Am Brandort soll auch ein Benzinkanister gefunden worden sein. In den Räumen der Pizzeria sieht es jetzt teilweise verkohlt aus. Besonders der Theken- und Kochbereich ist verwüstet. Viele weiße Plastikteller liegen draußen auf dem Gehweg. Mehrere Zimmerpflanzen hängen kopfüber von der Fensterbank der Frontscheibe über einem Meer aus Glassplittern. Die Kripo hat alles mit einem Flatterband abgesperrt.
„Es besteht der Verdacht der Brandstiftung“
Am Morgen untersuchten Brandsachverständige das Geschäft. „Es besteht der Verdacht der Brandstiftung“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte. Einen technischen Defekt schließt die Kripo zurzeit jedenfalls aus.
Noch in der Nacht auf Montag hatte die Polizei fünf Bochumer in ihren jeweiligen Wohnungen aufgesucht und mit ins Polizeipräsidium genommen. Sie wurden verhört. Wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Dörsch der WAZ sagte, gehören sie der rechten Szene an. Am Dienstag gegen 10 Uhr durften alle wieder nach Hause gehen. Polizeisprecher Schütte zur WAZ: „Der vage Verdacht hat sich nicht bestätigt.“ Worauf genau sich dies Verdacht gründete, sagte Schütte nicht. Zur Stunde gebe es jedenfalls „gar keine Hinweise“ mehr, dass der Brand „einen politischen Hintergrund“ habe. Das aber wurde vorher offenbar spekuliert, zumal der Staatsschutz eingeschaltet war.
„Die waren wohl nicht beliebt“
Die Pizzeria wird nicht von Italienern betrieben, sondern von einer arabischen Familie, wie Nachbarn sagen. Es sei vor kurzem bereits zweimal ein Gullydeckel in den Laden geworfen worden, das letzte Mal erst in diesem Jahr. „Die waren wohl nicht beliebt“, mutmaßt ein Nachbar. Seit rund vier Jahren soll die Familie, die drei Kinder haben soll, das Geschäft betrieben haben.
In der Brandnacht waren sie nicht im Laden. Am Montag war Ruhetag. Die Ermittlungen dauern an. Die Pressestelle der Polizei hatte am Dienstagvormittag wegen der Explosion viel zu tun: „Wir haben ein riesiges Medieninteresse, von Köln bis Mainz.“ Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise unter der Telefonnummer 0234-9094110.

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23:32
Ich denke die Linken waren es. Ist doch bekannt, dass Rote immer Pasta essen und höchst sauer werden wenns nicht schmeckt und dann auch noch die Portionen zu klein sind.
18:25
Seit rund vier Jahren soll die Familie, die drei Kinder Kinder haben soll, das Geschäft betrieben haben.
Was sind das das für Sätze? Keinerlei Recherche betrieben und sich lediglich bei den glotzenden Gaffern umgehört?
Wenn das Journalismus sein soll ist es kein Wunder wenn die Auflage der WAZ stetig zurück geht und das Portal derwesten.de bald eingestampft wird.
17:27
Die beiden vorherigen Kommentare finde ich sehr bedenklich. Bei den Szenen, die sich besonders an den Wochenenden innerhalb der letzten Monate in Langendreer abgespielt haben, liegt der Verdacht sehr wohl nahe, dass die Rechten hier zugeschlagen haben. Auch die Aussage eines Nachbarn: Die waren wohl nicht sehr beliebt. finde ich zu flapsig für eine Gewalttat, bei der Menschen hätten zu Schaden kommen können.
Abgesehen davon wohnen wir in der Nachbarschaft und haben die Ladenbesitzer als höflich und zuvorkommend kennengelernt.
Selbst wenn sich der Verdacht einer rechtsradikalen Tat nicht bestätigen sollte, kommt zu der Demo am 29.10 zum S-Bahnhof Langendreer West (12 Uhr), damit wir alle hier in Langendreer in Ruhe ohne Nazi-Auswüchse zusammenleben können.
17:16
Typisch Deutsch - Arabische Pizzabäcker sind nicht erwünscht.
Typisch Deutsch - Brandanschläge (wie auch die Briefkastensprengung im März) werden entpolitisiert.
Typisch Deutsch - Die Kommentare bei derwesten.de.
14:33
Typisch Deutsch - gleich sollen es die Rechten gewesen sein, lach.
Anyways: Es gibt viel Konkurrenz in Langendreer, da liegt der Verdacht nah, dass man sich einer Konkurrenz entledigen wollte.
Oder aber eben Schutzgeld.
Letzte Variante, wäre aber schlecht ausgeführt: Man wollte die Versicherung abkassieren.
13:50
ähhh Schutzgeld evtl. nicht gezahlt ??
ach Quatsch, sowas gibt es doch nur im Fernsehen .-)