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Katzen in Bochum

Experten-Tipps fürs „Personal“

20.01.2012 | 09:02 Uhr
Experten-Tipps fürs „Personal“

Bochum.  Damit der Katzenjammer ausbleibt, geben die Tierärzte Dr. Henriette Fischer (44) und Dr. Hanno Baade (41) Tipps für den Umgang mit Stubentigern.

„Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.“ Was Comedian Ralf Schmitz in skurril-witzigen Geschichten über seine 23(!)-jährige Katze Minka erzählt, ist Dr. Henriette Fischer (44) und Dr. Hanno Baade (41) wohlbekannt. In ihrer Praxis in Weitmar-Mark behandeln die beiden Tierärzte die unterschiedlichsten Stubentiger, die eines gemein haben: ihren eigenen Kopf.

Katzen erziehen? Vergessen Sie’s! Meist erzieht die Katze den Menschen“, lacht Dr. Baade. Zum Abschluss der Serie „Katzen in Bochum“ gibt er mit seiner Kollegin Tipps für den fürsorglichen, artgerechten Umgang mit Samtpfoten.

Was ist wichtig, wenn man eine Katze aufnehmen will?
Katzen leben gewöhnlich 15 Jahre, viele deutlich länger. So weit sollte jeder Katzenbesitzer denken, egal ob er 20 oder 70 ist, und sich fragen: Was wird aus meiner Katze, wenn ich sie nicht mehr halten kann? Wohin mit dem Tier im Urlaub? Wer kaum daheim ist, sollte auf Katzen verzichten. Auch der finanzielle Aspekt ist wichtig. Futter, Katzenstreu, Tierarzt: Katzen kosten Geld – mitunter mehr als vermutet.

Fühlen sich Katzen in einer Etagenwohnung wohl?
Es gibt Katzen, die sich problemlos in einer Wohnung halten lassen. Andere haben einen unbändigen Drang nach draußen. Das ist eine Typfrage. Reicht einer Katze die reine Stubenhaltung nicht aus, zeigt sie das durch Koten, Urinieren und aggressives Verhalten.

Wie schafft man Mieze ein behagliches Zuhause?
Katzen sind individueller als Hunde, anspruchsvoller. Sie benötigen ihr eigenes Reich – auch beim kleinen und großen Geschäft. Jede Katze braucht zwei stets saubere Katzenklos. Sonst pinkelt sie auf den Teppich oder ins Bett.

Was ist bei der Ernährung zu beachten?
Handelsübliches Katzenfutter enthält alles, was die Katze braucht. Teure Produkte sind meist nicht besser als billige. Katzenmilch ist überflüssig. Wasser reicht aus – vor allem bei Trockenfutter. Bei Feuchtfutter trinken Katzen kaum etwas. Darin ist genügend Flüssigkeit enthalten. Und: Bitte nicht überfüttern! Regelmäßige Mahlzeiten sind sinnvoller als stets gefüllte Schälchen.

Wie ist es um die Gesundheitsfürsorge bestellt?
Jede Katze sollte jährlich gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft werden. Auch eine Wurmkur ist ratsam. Um Unfälle zu vermeiden, sollten Balkone in oberen Etagen mit einem Netz gesichert werden. Dass Katzen Stürze aus großen Höhen schadlos überstehen, ist eine Mär. Knochenbrüche und innere Verletzungen sind oft die Folge.

Sind auf Kipp stehende Fenster verhängnisvoll?
Oh ja! Immer wieder behandeln die Tierärzte Katzen, die im Fensterspalt eingeklemmt waren und sich schlimmste Verletzungen zugezogen haben. Viele Tiere sterben. Daher: Beim Verlassen der Wohnung alle Fenster schließen.

Vertragen sich Katzen mit anderen Haustieren?
Kleintiere wie Vögel oder Hamster, die in ihr Beuteschema passen, können sich nur bedingt sicher fühlen. „Fürs Meerschweinchen hat sich unser Kater noch nie interessiert“, ist ein oft gehörter Satz – bevor besagtes Schweinchen ein leidvolles Ende fand...

Katzen-Babysitting

Mit der 6. Folge endet die WAZ- Serie „Katzen in Bochum“. Zum Abschluss sind die Tierärzte Dr. Henriette Fischer und Dr. Hanno Bader am Mittwoch, 25. Januar, von 12 bis 13 Uhr bei einer Telefonsprechstunde zu erreichen. Wir berichten noch ausführlich.

Jürgen Stahl

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Kommentare
22.01.2012
17:54
Experten-Tipps fürs „Personal“
von tomleif | #2

Schön, dass in diesem Artikel auch die Kosten angeschnitten werden, die die Haltung einer Katze verursacht. Denn sicher landen viele Hauskatzen auch aus Geldnot in Tierheimen oder werden ausgesetzt – weil sich die Halter vor der „Anschaffung“ des Haustiers keine Gedanken machen, welche Kosten ein tierischer Mitbewohner verursacht. Das Webmagazin http://www.citypets.de beschäftigt sich aktuell mit dem Thema Hauskatze und Kosten. Allein das Budget für Katzenfutter liegt bei mindestens 20.- Euro pro Monat und Katze – bei einer Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren kommt da schon ein Sümmchen zusammen, das sich Katzenhalter überlegen sollten. Und lieber vorher denken als später die Katze ins Tierheim abschieben!

21.01.2012
11:12
Experten-Tipps fürs „Personal“
von bochum-weitmar | #1

Ich bin selber Personal einer inszwischen 11 Jahre alten Katze und möchte folgenden Fall kundtun.
Unsere Vorgängerkatze wurde 17 Jahre alt. Nachdem wir diese aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens einschläfern lassen mussten, hatten wir einige Monate keine Verlangen nach einer Nachfolgerin. Doch dann kam der Wunsch unserer Kinder nach einer neuen Katze. Da auch wir ein Leben ohne Tierer unspannend fanden, haben wir das Bochumer Tierheim aufgesucht. Doch was wir hier vor 11 Jahren erleben mussten, fanden wir mehr als traurig und unkompetent.
Wir konnten auf 17 Jahre Katzenerfahrung verweisen, blegbar durch den Impfpass. Wir hatten eine Freigänger Katze. Waren uns also bewußt welche Kosten neben Futter und Katzenstreu auf einen Katzenbesitzer zukommen können. Haben gegenüber dem Tierheim diese Kenntnis geäußert und somit begründet, warum wir nur eine Katze aufnehmen wollen und können. Das Tierheim Bochum hat uns eine Katze verweigert mit dem Hinweis, dass es für Katzen immer besser ist, wenn zwei Tiere zusammen sind. Was für uns bei reinen Wohnungskatzen verständlich war. Hier sollte die Katze jedoch wieder eine FreigängerKatze werden, damit sie möglichst artgerecht aufwachsen und leben kann. All unsere Bemühnungen die Mitarbeiter von unserer Einstellung und Erfahrung zu überzeugen scheiterten. Man wollte uns keine Katze vermitteln, nur im Doppelpack. Dies heißt aber bei den Impfkosten pro Jahr statt 70 € immerhin 140 € und doppelte Kosten im Krankheitsfall etc. Vollkommen enttäuscht über das Verhalten des Personals im Tierheim Bochum haben wir uns dann an die Tierhilfe Bochum gewandt. Hier wurde unsere Schilderung nur mit Kopfschütteln kommentiert und uns ein neuer Stubentiger vermittelt. Diese ist nun bereits 11 Jahre alt, hat auch schon einige tierärztliche Behandlungen über sich ergehen lassen müssen ( Bänderriss im Bein, einige blutige Kampfspuren etc.)., Es ist halt eine Freigängerin, die Streifzüge durch ihr Revier liebt! Aber an sonsten ist sie fitt und gesund.

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