Ex-Opelaner beginnen mit Bewerbungstraining

Mut machen dürfte den früheren Opelaner bei ihrer Arbeitsplatzsuche die bisherige Erfolgsquote des TÜV Nord. Der hat, so Geschäftsführer Hermann Oecking, seit 2010 bereits 1100 Opelaner betreut. Und von denen, die aktiv an einer Vermittlung gearbeitet hätten, seien 76 Prozent vermittelt worden. Etwa 90 Prozent von diesen hätten ein halbes Jahr später ihren Job noch gehabt. Insgesamt liege die Quote der vom TÜV in einer Transfergesellschaft betreuten Frauen und Männer zwischen 60 und 75 Prozent. Oecking: „Ich wäre enttäuscht wenn wir das hier nicht erreichen würden.“ 300 Opelaner hatten, so ein Unternehmenssprecher, im vergangenen Jahr über die von Opel organisierte Jobbörse „Berufsperspektive“ einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Noch in diesen Monat lernen nun alle 2500 verbliebenen, früheren Opelaner, von denen zwei Drittel aus Bochum und die restlichen aus den umliegenden Städten und Kreisen kommen, ihren Berater kennen. In den ersten beiden Monaten des Jahres stehen Bewerbungstraining und die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen auf dem Programm. „Aber es beginnt auch schon die Akquise“, so Hermann Oecking. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen hätten bereits Interesse signalisiert.

Von den 2500 Arbeitssuchenden können etwa 1700 für maximal zwei Jahre in der Transfergesellschaft bleiben, alle anderen haben einen einjährige Laufzeit. Sie erhalten zunächst – bis zum Ablauf ihrer Kündigungsfrist – ihren vollen Lohn und später 80 Prozent (erstes Jahr) bzw. 75 Prozent (zweites Jahr) ihrer Bezüge. Erleichtert wird die Suche nach einer neuen Arbeit durch ein Rückkehrrecht in die Transfergesellschaft, sollte der Einstieg in einem anderen Unternehmen nicht glücken. „Wir ermutigen daher die Leute, ihr könnt euch trauen Arbeitsverhältnisse auszuprobieren“, so Oecking. Auf die Arbeitslosenstatistik, Bochum hatte im Dezember eine im Reviervergleich ordentliche Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent, haben die 2500 früheren Ex-Opelaner im übrigen noch keinen Einfluss. Als Teilnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen tauchen sie in der Statistik lediglich in der Kategorie „Unterbeschäftigung“ auf.