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Bundesarbeitsgericht

Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg

18.02.2010 | 11:48 Uhr

Bochum. Eine ehemalige Jugendvertreterin von Opel Bochum, Sara Beisenkamp (24), hat im jahrelangen Ringen um ihre Übernahme einen wichtigen Etappensieg errungen. Das Bundesarbeitsgericht machte ihr wieder Hoffnung.

Eine ehemalige Jugendvertreterin im Bochumer Opel-Werk, Sara Beisenkamp (24), hat am Mittwoch am Bundesarbeitsgericht Erfurt (BAG) einen wichtigen Etappensieg errungen. Ihr seit 2007 verfolgtes Ziel, nach der Lehre von Opel fest übernommen zu werden, hat sie zwar noch nicht sicher erreicht. Aber die Chancen sind gewachsen. Der Siebte Senat hat vorherige Entscheidungen untergeordneter Gerichte, die im Sinne von Opel ausgefallen waren, aufgehoben.

Besonderes Übernahmerecht

Sara Beisenkamp war nach ihrer Lehre 2007 von Opel abgewiesen worden, wie alle anderen Lehrlinge damals auch, obwohl Leiharbeiter dort beschäftigt waren. Als Jugendvertreterin hatte die damals 21-Jährige laut Betriebsverfassungsgesetz aber ein besonderes Recht auf Übernahme.

Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann sah das besondere Anstellungsrecht für Jugendvertreter „ausgehebelt” - und witterte eine Art Rachemotiv. „Diese Maßnahme richtete sich augenscheinlich gegen weit über Opel hinaus bekannte Jugendvertreter und Gewerkschafter, die den Kampf um die Übernahme der Auszubildenden organisierten.”

Landesarbeitsgericht muss jetzt neu prüfen

In zwei Instanzen hatten Sara Beisenkamp und Opel gegeneinander prozessiert. Opel gewann stets. Gestern nicht. Die Bundesarbeitsrichter meinten: Wenn ein Unternehmen auf Stellen, für die auch Auszubildende fähig sind, dauerhaft Leiharbeiter beschäftigt, „so kann es ihm zumutbar sein, einen solchen Arbeitsplatz für den zu übernehmenden Jugend- und Auszubildendenvertreter freizumachen”.

Das BAG beschloss: Das Landesarbeitsgericht muss jetzt neu prüfen, ob Opel für Sara Beisenkamp nicht doch eine Stelle frei hatte. Ihr Rechtsanwalt Michael Dornieden sagte am Mittwochabend zur WAZ: „Wir hoffen, dass wir jetzt in der zweiten Instanz Informationen nachlegen können.” Und die Sache endgültig gewinnen.

200 Auszubildende

Zurzeit hat Opel rund 200 Lehrlinge. 2008 wurde jeder Zweite wieder übernommen, 2009 jeder Fünfte. Momentan gibt es sieben Jugendvertreter. Heute ist Sara Beisenkamp Mitglied der Vertrauenskörperleitung bei Opel. Weil das Gerichtsverfahren wegen der Nicht-Übernahme noch läuft.

Bernd Kiesewetter

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Kommentare
23.02.2010
10:59
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von sonic55 | #7

ich finde hier fehlt die gerechtigkeit....die azubis werden nicht übernommen und sie soll übernommen werden....ich finde dies nicht fair....entweder alle oder keiner....

18.02.2010
17:51
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von braininvastigation | #6

#1
Sie haben alles gesagt ! . Es geht halt nur mit Solidarität und Durchhaltevermögen.

18.02.2010
16:38
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von Texas007 | #5

Was ist mit den Azubis die nicht übernommen wurden? Denken Frau Beisenkamp und Frau Gärtner-Leymann auch an die die nicht übernommen wurden? Nämlich keiner! Entweder alle oder keiner.

18.02.2010
14:31
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von Karl A. | #4

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Azubis, die nicht übernommen wurden.
Währenddessen geht die Überalterung der Belegschaft bei Opel und Powertrain weiter.

18.02.2010
12:01
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von der Hebie | #3

Glückwunsch an diese kämpferische junge Frau von einem alten Gewerkschafter.

Ich drücke die Daumen, dass das mit der Übernahme klappt und auch an dieser Stelle ein Arbeitgeber von einem Gericht deutlich gesagt bekommt, dass wir noch lange nicht wieder bei der Leibeigenschaft angekommen sind.

18.02.2010
06:39
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von AUFwind | #2

Das ist Frauenpower, was Beisenkamp, Gärtner-Leymann und Co da bringen! Es gehört eine Menge Rückrat und Zähigkeit dazu, das durchzustehen. Aber wie man sieht: es geht. Mit Durchhaltevermögen und vor allem viel Solidarität. Die ist auch nötig, wenn der Jugend die Zukunft verbaut werden soll wie mit dem ganzen Arbeitsplatzabbau und der besonderen Behinderung kämpferischer Jugendvertreter. Das kann nicht durchgehen. Also: dran bleiben und viel Erfolg!

17.02.2010
17:57
Ex-Opel-Jugendvertreterin erzielt vor Gericht Etappensieg
von archiv1 | #1

Gratuliere, weiter so.

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