Ex-Autohaus-Chef bekam über drei Jahre Haft
20.06.2008 | 18:57 Uhr 2008-06-20T18:57:05+020049-Jähriger war laut Urteil Mitglied einer Bande, die Banken um einen Millionenbetrag betrogen hatte
Nach 63 Prozesstagen war das Bochumer Landgericht überzeugt, dass der ehemalige Geschäftsführer (49) eines Wittener Autohauses, ein Bochumer, Mitglied einer Betrügerbande war, die bei Autobanken einen Millionenschaden angerichtet hatte. Strafe: Drei Jahre und vier Monate Haft.
Der Diplom-Ökonom, ein nicht vorbestrafter, vor Gericht seriös mit Anzug und Krawatte gekleideter Mann, nahm das Urteil äußerlich unbeeindruckt auf. Und dies, obwohl er über seinen Anwalt seine Unschuld hatte beteuern lassen. Er selbst schwieg vor Gericht alle 21 Monate lang.
Die 13. Strafkammer war sich aber sicher, dass er in der Bande im Jahr 2005 mitgemischt hatte, sogar "der größte Profiteur" war. Laut Urteil hatte sich die Bande über das Autohaus teure Gebrauchtwagen finanzieren lassen und diese teilweise ins Ausland verschoben. An die Finanzierung kamen die Täter durch Vorlage gefälschter Verdienstbescheinigungen und Personalien. Als die bis zu 45 000 E teuren Wagen ausgeliefert wurden, zahlten die Täter aber nicht die entsprechenden Raten an die Autobank. Der damalige Chef des Autohauses soll dem Urteil zufolge bei der Bearbeitung der Finanzierungen aktiv dafür gesorgt haben, dass diese trotz der falschen Angaben zustande kamen. In fast 30 Fällen.
Richter Hermann Pamp: "Er wusste nicht nur davon und hat die anderen gewähren lassen, sondern hat eigene Tatbeiträge geleistet." Sein Nutzen sei gewesen, dass er seine Autos vom Hof bekommen und "geschäftliche Erfolge" in seiner Familie habe vorweisen können. Gleichzeitig aber habe er seine Vertrauensstellung gegenüber der Autobank missbraucht. Der 49-Jährige soll bereits mehrere hunderttausend Euro an eine Autobank erstattet haben.
Verurteilt wurde auch der Organisator (31) der Bande. Er war geständig. Strafe: Vier Jahre und zwei Monate Haft. Ein dritter im Bunde, ein damaliger Anwalt (39), bekam 20 Monate Haft auf Bewährung plus 400 Sozialstunden.

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