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Evangelische Stadtakademie legt neues Programm auf

19.01.2011 | 00:00 Uhr

Bochum.Die evangelische Stadtakademie setzt in ihrem Programm ab dem 23. Januar den Schwerpunkt auf Verständigung der Kulturen. Neben verschiedenen Philosophen und internationalen Journalisten ist auch der Stadtbaurat an den Veranstaltungen beteiligt.

„Wie wollen wir miteinander leben? Wollen wir den Zusammenhalt oder finden wir uns mit Parallelgesellschaften ab?“, beschreibt Akademieleiter Pfarrer Arno Lohmann die Akzente. Ängste und Vermutungen prägten den Alltag, in dem es zwar Gespräche übereinander, nicht aber miteinander gebe. „Unser größtes Anliegen ist es, nicht unter uns zu bleiben.“ So bemühte er sich intensiv um die Teilnahme von Hodschas bei den Veranstaltungen; „Einladungen werden selten angenommen“.

In diesem Kontext hat die ev. Fachhochschule Bochumer Bürger zu ihren Wertevorstellungen, Religionsbedeutung und Zukunftsvorstellungen befragt (Präsentation am 21. Juni). Ergebnis: Deutsche und Muslime sind sich umso ähnlicher, je dichter der gesellschaftliche Bildungsgrad beieinander liegt. Lohmann: „Wir brauchen keine religionsbegründete Debatte, sondern eine sozial orientierte.“ In dieser Reihe soll u.a. Bundestagspräsident Norbert Lammert die Debatte um „europäische Leitkultur“ befeuern (15. Juni, Vinzentiuskirche Harpen); der Genfer Journalist Andreas Zumach wird am 7. April über den Iran als möglichen nächsten Kriegsschauplatz referieren an diesem Studientag zur künftigen Militärstrategie der Bundesrepublik.

"Schluss mit dem Wachstumswahn" als Ausweg aus der Verschuldungsfalle

Perspektiven über eine neue Politik des Lebens will die Reihe „ÖkoSphäre“ eröffnen. Der Philosoph und Biologe Andreas Weber vertritt die These, dass eine zivilisatorische Katastrophe drohe, wenn Kinder den Bezug zur Natur verlören und stattdessen das Leben nur aus zweiter Hand über Computer und Fernsehen erführen (Vortrag am 3. März). Die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen durch immer neue Möglichkeiten der Humangenetik greift die Ärztin Andrea Epplen (Abteilung Humangenetik an der RUB) thematisch auf als Grundlage für eine Diskussion am 22. März.

„Schluss mit dem Wachstumswahn“ fordert der Schweizer Journalist Hanspeter Guggenbühl und hält ein Plädoyer für eine Umkehr als Ausweg aus der Verschuldungsfalle (5. Juli).

Touren zu Fuß und per Rad

Buddhistische Ansätze als ganzheitliches Verständnis von Natur und der Respekt für „alles, was lebt“ greift etwa der Sinologe Hermann-Josef Röllicke am 5. Mai auf. Dazu passend der philosophische Ansatz von Prof. Rehmann-Sutter über Leben als Anerkennungsbegriff (5. April).

Das Thema Stadtentwicklung für die Zukunft mit Stadtbaurat Ernst Kratzsch beinhaltet Touren – zu Fuß und per Rad – durch die Stadtteile und durchs Zentrum, ab 19. März, um der Forderung von Bürgern nach mehr Beteiligung nachzukommen. Lohmann: „Auch der Stadt ist daran gelegen, sie trägt die vierteilige Reihe mit.“

Sabine Vogt

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