Es stinkt aus den Gullys an der Unterstraße in Langendreer

Sandra und Dirk Brockmann halten sich lieber die Nasen zu, wenn sie das Fenster ihres Schlafzimmers öffnen. Es liegt zur Unterstraße. Gut zu sehen: Einer der beiden Gullys, aus denen die üblen Gerüche hochziehen.
Sandra und Dirk Brockmann halten sich lieber die Nasen zu, wenn sie das Fenster ihres Schlafzimmers öffnen. Es liegt zur Unterstraße. Gut zu sehen: Einer der beiden Gullys, aus denen die üblen Gerüche hochziehen.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Anwohner beklagen seit Wochen üble Gerüche, die aus Gullys vor dem Haus in ihre Wohnung ziehen. Die Stadt bestätigt Probleme und will sich kümmern.

Bochum-Langendreer.. Die Brockmanns an der Unterstraße in Langendreer haben die Nase voll. Nicht von der Baustelle im Zuge der 310-Straßenbahn-Erweiterung vor ihrer Haustür. „Davon haben wir ja gewusst, als wir vor einem Jahr hier hingezogen sind“, sagt Sandra Brockmann. Nein, für die 42-Jährige und ihren Mann Dirk (49) ist viel schlimmer, dass sie seit Wochen üble Gerüche ertragen müssen, die aus den zwei Gullys vor dem Haus (Nähe Neggenborn) in ihre Wohnung hochziehen.

„Das ist unerträglich, es riecht wie Gülle“, schimpfen sie. „Wir trauen uns kaum, die Fenster zum Lüften zu öffnen.“ Auch Passanten, die sie auf dem Gehweg beobachten, würden auf diesem Abschnitt die Nase rümpfen. Für die Fußgänger ist die Geruchsbelästigung nach ein paar Schritten wieder vorüber, für die Brockmanns hingegen ein Dauerzustand. Bei Minustemperaturen wie in den letzten Tagen ginge es, sagt das Ehepaar. „Aber wir können doch jetzt nicht die ganze Zeit auf Frost hoffen.“

Angefangen hat nach Angaben der Brockmanns alles, als vor drei Monaten die Hausanschlüsse für das Abwasser neu gemacht wurden. Insgesamt vier Mal sei die Stelle wieder aufgerissen worden. „Ich will der Baufirma ja nichts, aber da muss unbedingt nachgebessert werden“, sagt Sandra Brockmann, die betont: „Wir fühlen uns mit unseren beiden Kindern (8 und 18, Anm. d. Red.) zwar sehr wohl, aber wenn das so weiter geht, ziehen wir hier wieder aus.“

Beim Anschluss könnten Schotter und Erdreich in den Kanal gerutscht sein

So weit soll es dann doch nicht kommen. Zumindest verspricht die Stadt auf WAZ-Anfrage, sich des Problems anzunehmen. „Wir haben die Baufirma bereits damit beauftragt, den Kanal zu reinigen und durchzuspülen“, sagt Thomas Fründ vom städtischen Baustellen-Marketing. Sein Verdacht: „Beim Anschließen der Hausleitungen sind womöglich Schotter und Erdreich in den Kanal gerutscht. Und dies könnte zu einer Aufstauung des Abwassers führen, wodurch sich der Geruch erklären ließe.“

Regen allein, wie er zuletzt ja reichlich heruntergekommen ist, könne laut Thomas Fründ das Problem nicht beheben. „Dazu bräuchten wir richtigen Starkregen.“ Deshalb soll nun per Hochdruckreiniger der Kanal gesäubert werden. Wann genau das sein wird, vermag Fründ derzeit nicht zu sagen. „Innerhalb der nächsten Wochen. Aktuell tut sich auf der Baustelle nichts – Schlecht-Wetter-Tage.“

Bis dahin müssen die Brockmanns den Geruch aus den Gullys wohl oder übel noch aushalten. Und nicht nur den. „Von der anderen Seite bekommen wir die Düfte des Pizzabäckers ab“, sagt Dirk Brockmann schmunzelnd. „Doch die riechen wenigstens lecker“.