Es sind noch genug Plätze da
14.04.2010 | 14:00 Uhr 2010-04-14T14:00:00+0200
Bochum. Wer sich bis heute um keinen Ausbildungsplatz beworben hat, ist zwar spät dran. Aber die Chance auf eine gute Ausbildung in diesem Jahr ist trotzdem nicht vertan. Denn offene Ausbildungsstellen gibt es Bochum derzeit noch viele.
Auch Patrick Koch hat seinen Lebenslauf mit zur Börse gebracht, um ihn von Experten auf Fehler und Schwachstellen überprüfen zu lassen. Und um sich in der neuen Schülerlounge Tipps für eine gute Bewerbung zu holen. Darüber hinaus können sich Besucher wie Koch bei Unternehmen vorstellen und sich über die Ausbildungsbedingungen informieren. Einen Ausbildungsplatz, der ihm den Lebensunterhalt sichert, hat der 20-Jährige noch nicht. Daher nutze er die Gelegenheit, die für dieses Jahr noch offenen Ausbildungsstellen zu sichten.
Vom Kfz-Mechatroniker bis zum Friseur — die verschiedene Stellenangebote hängen aus. Bei Interesse kann jeder Besucher die Nummer des Angebots samt seiner Kontaktdaten notieren und in die „Vermittlungsbox“ werfen. Sechs solcher Zettel füllt Koch aus. In der Hoffnung, „dass ich nach der Börse wenigstens eine Rückmeldung erhalte“, sagt er. Für seinen Traumberuf Informatiker würde der Bochumer „auch 50 Kilometer zur Arbeit fahren“.
Flexibel und mobil sein — das setzt Ulrich Ernst von der Industrie und Handelskammer (IHK) Bochum voraus. „Es ist von den Jugendlichen zu erwarten, dass sie für einen Ausbildungsplatz von Bochum bis nach Hattingen oder Herne fahren“, sagt er. Allein bei der IHK Bochum gebe es noch 750 offene Ausbildungsplätze (für den gesamten Kammerbezirk) in der Lehrstellenbörse. Ganze 50 unbesetzte Stellen hat auch Johann Philipps von der Kreishandwerkerschaft zu bieten. „Wir brauchen im Handwerk junge Leute“, sagt er.
„Das Ausbildungsjahr ist bei weitem noch nicht gelaufen“, betont Arbeitsagentur-Leiter Udo Glantschnig. In Bochum kommt im Moment circa auf einen Ausbildungsplatz ein Bewerber. 1101 unbesetzte Stellen gibt es derzeit. Die Zahl dieser gemeldeten Stellen sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent — im Klartext bedeutet dies 83 Stellen — gestiegen. Nur die „Bewerberzahl ist zurückgegangen“, sagt Glantschnig. In Bochum etwa haben sich 207 Bewerber – das sind 10,2 Prozent, weniger gemeldet als vor einem Jahr. Den Grund dafür sieht der Arbeitsagentur-Leiter vor allem in der Unentschlossenheit. „Viele können ihre Chancen nicht richtig einschätzen, gehen deswegen weiter zur Schule“, erklärt er. Von der Ausbildunsbörse verspricht er sich „dass Schüler früher mit uns und den Ausbildungsbetrieben in Kontakt treten.“

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