Erster Bochumer „Burger-Express“ bringt heiße Ware ins Haus

Wulf Zechner ist der heißen Ware seines Burger-Lieferdienstes auch selbst zugetan: „Man muss ja wissen, was man den Kunden ins Haus bringt.“
Wulf Zechner ist der heißen Ware seines Burger-Lieferdienstes auch selbst zugetan: „Man muss ja wissen, was man den Kunden ins Haus bringt.“
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Was wir bereits wissen
McDonald’s, Burger King oder KFC: Der erste Bochumer „Burger-Express“ bringt die heiße Ware direkt ins Haus. Der Lieferservice wird rege genutzt.

Bochum. b. Bei Schwestern und Ärzten in Bochumer Kliniken, bei Kindergeburtstagen, nächtlichen Partygästen oder im Rotlichtviertel: Die heiße Ware von Wulf Zechner und Sabine Kordelas ist heiß begehrt. „Wir haben Deutschlands einzigen Burger-Express“, sagen die Geschäftspartner, die einen Lieferservice für Produkte der drei beliebtesten Schnellrestaurants betreiben.

Verkäufer, Bankangestellter, zuletzt Auslieferungsfahrer: Wulf Zechner blickt auf ein bewegtes, nicht immer erfolgreiches Berufsleben zurück. Mit 56 startet der Bochumer noch einmal durch. Starthilfe leistete seine ehemalige Kollegin Sabine Kordelas. 2012 hatte sie einen Fernsehbericht über einen Burger-Lieferservice in Asien gesehen. „Ich fragte mich: Warum gibt’s das nicht bei uns? Auch hier müsste es viele Kunden geben, die sich die Burger nach Hause oder an den Arbeitsplatz bringen lassen wollen.“

Produkte von drei Fastfood-Ketten

Die 52-Jährige sprach mit Wulf Zechner über die Geschäftsidee. Ergebnis: „Wir versuchen es!“ Zunächst mit dem Marktführer. Mit McDonald’s. Tage später schien alles vorbei. Die McDonald’s-Zentrale in München verweigerte ihre Zustimmung für den Burger-Express, drohte gar 50.000 Euro Ordnungsstrafe an. „Die hatten Angst, dass die Ware kalt und ungenießbar beim Kunden ankommt und der Ruf des Unternehmens geschädigt wird“, schildert Wulf Zechner, der sich nicht abspeisen ließ. „Wir schrieben an McDonald’s in den USA und versicherten, dass wir mit Warmhalteboxen arbeiten und die Qualität der Produkte jederzeit gesichert ist. Es dauerte neun Monate. Aber letztlich erhielten wir die offizielle Genehmigung als Wiederverkäufer.“

Leichteres Spiel hatten die Existenzgründer bei den Klopps-Konkurrenten. „Burger King und Kentucky Fried Chicken waren sofort von unserem Plan begeistert. Deren Zustimmung kam prompt, ganz ohne förmliches Verfahren.“

Stoßzeit sind die späten Stunden

Im September 2013 gab das Express-Duo Gas. Auf Flugblättern, in Zeitungsanzeigen und auf Facebook wirbt es seither für seinen Bringdienst. Die Reklame, insbesondere aber die Mund-zu-Mund-Propaganda zeigt Wirkung. „Vor allem am Wochenende gehen so viele Aufträge ein, dass wir einen zusätzlichen Fahrer eingestellt haben“, sagt Sabine Kordelas. Ihren Gewinn generieren sie über die Liefergebühr. „Rabatt erhalten wir in den Restaurants nicht. Wir zahlen die Preise wie jeder andere Kunde auch.“

Es ist vor allem der späte Hunger, den die Fast-Food-Lieferanten stillen. „Freitags und samstags kommen am Abend locker 40 bis 50 Fahrten pro Tour zusammen“, sagt Wulf Zechner. Stammkunden der ersten Stunde seien Mitarbeiter der Krankenhäuser im Innenstadtbereich sowie Speditionen. Bei Geburtstagen, Privatfeiern und Studenten in der Hustadt sei der Burger-Express ebenso gefragt wie rund um die Gußstahlstraße, wo die Damen des horizontalen Gewerbes die späte Stärkung zu schätzen wissen.

Das Versprechen gegenüber McDonalds ist den Geschäftsführern wichtig: „Wir liefern warm und frisch.“ Dafür wählen sie das Lokal aus, das am nächsten am Zielort liegt. Die drei Burger-King-Läden werden am häufigsten angesteuert: „Trotz der jüngsten Negativschlagzeilen steht Burger King bei uns auf Platz 1, gefolgt von McDonalds und KFC“, sagt Wulf Zechner, der Expansionspläne schmiedet. Der Burger-Express soll 2015 auch in Gelsenkirchen heiße Ware liefern.