Erste Professur für die Gesundheits-FH ist vergeben
04.09.2009 | 16:11 Uhr 2009-09-04T16:11:00+0200
Bochum. An der dritten Bochumer Fachhochschule, die in den nächsten Jahren entsteht, sollen Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, Altenpfleger und Hebammen akademisch ausgebildet werden. Dieser Tage wurde die erste Professur für die bundesweit erste FH für Gesundheitsberufe vergeben.
Die Fachhochschule für Gesundheitsberufe ist die zentrale Einrichtung des Gesundheitscampus NRW, der in den nächsten Jahren auf dem Uni-Gelände West entstehen soll. Die ersten Vorbereitungen für den Aufbau dieser neuen, dritten FH in Bochum sind bereits angelaufen. Dieser Tage wurde die erste Professur für die bundesweit erste Fachhochschule für Gesundheitsberufe vergeben. Ausgebildet werden dort zukünftig Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, Altenpfleger und Hebammen – also bislang medizinische Hilfsberufe, die damit akademisch weiterentwickelt werden.
Ein zweiköpfiges Präsidium wird die FH leiten
Gründungsbeauftragte sind Prof. Dr. Anne Friedrichs und Werner Brüning. Im November sollen sie offiziell zur Präsidentin und zum Vizepräsidenten ernannt werden.
Die FH wird auf der „Campus West”-Fläche zwischen Universitäts-, Oesterende- und Stiepeler Straße entstehen. Im Westen wird das Gelände von der Kästner-Schule begrenzt. Anlass zur Gründung gab u.a. die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung. Dies sowie die veränderte Symptom- und Verlaufsstruktur vieler Erkrankungen als Teil des sozialen Wandels stellen neue Anforderungen in der Gesundheitsversorgung. Vor diesem Hintergrund sollen sich nach dem Willen der CDU/FDP-Landesregierung nichtmedizinische Heilberufe zu weitgehend eigenständigen, wissenschaftlich fundierten Gesundheitsberufen entwickeln. Die FH für Gesundheitsberufe könnte über die fachliche Ausbildung ihrer Absolventen somit auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen.
Die erste Professur
der im Aufbau befindlichen FH ist nun in trockenen Tüchern: Prof. Dr. Christian Grüneberg wird die Professur für Physiotherapie besetzen. „Er bringt internationales Know-How sowie umfassende Wissenschafts- und Lehrerfahrung in der Physiotherapie mit”, so Gründungspräsidentin Friedrich. Als Hochschullehrer und ehemaliger Studiendekan an der Hochschule Fresenius Idstein hat Grüneberg mehrjährige Erfahrung sowohl in der Entwicklung und dem Einsetzen von Lehrplänen als auch in der Begleitung von Akkreditierungsprozessen – wie alle Studiengänge muss auch der für Physiotherapie offiziell genehmigt werden, bevor die ersten Studierenden aufgenommen werden können.

08:50
Ein Prof für 400€ Stellen?
18:39
Genau wirre Welt. Deswegen heißt der Hausmeister ja nun auch Facility Manager. Damit sich der HM auch als Manager fühlen kann. Nur der Verdienst ist nicht Managerhaft. ;-)
16:26
ein Doktor der Ergotherapie, das ist es wohl was wir noch brauchen. Denn exam.Pflegepersonal hat nichtr die Zeit auf die Uni zu gehen.
12:51
an pertli:
Was hat das mit sozialem Aufstieg zu tun? Mehr Geld wird eine Altenpflegerin, eine Logopädin und eine Krankenschwester dadurch auch nicht verdienen. Ich bzweifel gar das sich da Ausbildung groß ändert. Dazu gibt es meiner Meinung nach nämlich keinen Grund (ich habe noch nie Kritik vernommen weil das Pflegepersonal zu schlecht ausgebildet ist).
Es ist schlicht und einfach Etikettenschwindel um den dummen glücklich zu machen. Das ist aber derzeit in vielen Bereichen zu erkennen. Zu nennen ist da auch die inflationäre Vergabe von guten Noten in der Schule und auf Hochschulen.
Glaubst du ernsthaft daran das die Bevölkerung besser gebildet und ausgebildet ist wenn 100% der Schulabgänger das Abitur erhalten und die Durchschittsnote bei 1,2 liegt und anschließend jeder sein Hochschulstudium im bravur abschließt?
Ich sehe in dem ganzen die große Gefaht das Abschlüsse von öffentlichen Schulen und Hochschulen schlicht und einfach an Bedeutung verlieren und viele Leute so in die Fänge von privaten Bildungseinrichtungen getrieben werden, weil diesen Abschluss schlichtweg nicht jeder hat.
12:20
@4 Hat da jemand Angst vor sozialen Aufsteigern?
Ich finde, der Gesundheitscampus ist eine gute Sache um Krankenpflegern mehr Kompetenzen zuzusprechen und somit die Ärzteschaft ein Stück weit in Ihrer Macht einzuschränken.
Das wäre auch gut fürs Gesundheitssystem, wenn nicht die einen ausgebeutet und die anderen fürstlich entlohnt werden.
11:22
Der Sozialismus lässt grüßen. Klassische Ausbildungen werden nun hochtrabend als Studium bezeichnet. Damit können sich alle auf die Schultern klopfen: Die Politik weil sie ja die Akadmemikerquote erhöht und haben und Azubis die sich nun stolz wie Bolle als Studenten und später als Akademiker fühlen können.
So ein Scheiss hat man in Deutschland eigentlich gar nicht nötig, weil die Ausbildungen gut genug sind und man es gar nicht nötig hat sich mit falschen federn zu schmücken.
Falls es so weiter gehen sollte rate ich auch dazu Studiengänge zur Kochausbildung einzurichten. Das ist in vielen Ländern schon der fall und im Anschluss daran könnte man sich an die Bachelor of Arts für Reinigungskräfte machen.
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23:26
Neben der Hochschule Bochum, der TFH Georg Agricola Bochum, der Evangelischen Fachhochschule und der EBZ Business School dürfte die Gesundheits-FH die fünfte FH und nicht die dritte sein, wie es im Artikel heißt.