Fußball
Erste Anklage im Fußball-Wettskandal
25.08.2010 | 11:15 Uhr 2010-08-25T11:15:00+0200
Bochum.Im Wettskandal um mutmaßlich manipulierte Fußballspiele hat die Bochumer Staatsanwaltschaft jetzt eine erste Anklage vor Gericht erhoben. Der Prozess soll in Bochum stattfinden.
Nach vielen Monaten umfangreicher Ermittlungen hat die Bochumer Staatsanwaltschaft jetzt eine erste Anklage vor Gericht erhoben. Wie Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel heute Vormittag mitteilte, sollen zwei bereits inhaftierte Männer (35, 55) auf die Anklagebank des Bochumer Landgerichts. Sie werden der Führungsebene der von Bochum aus verfolgten mutmaßlichen Wettbetrüger zugerechnet. Die Ankläger werfen ihnen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug in 16, beziehungsweise in 22 Fällen vor.
In wechselnder Beteiligung und in Absprache mit weiteren Komplizen sollen sie Spieler oder Schiedsrichter mit Geldzahlungen dazu gebracht haben, dass insgesamt zehn Fußballspiele in Deutschland und 14 Fußballspiele im europäischen Ausland genau in ihrem Sinne ausgehen. Gleichzeitig sollen sie dann Wetten in unterschiedlicher Höhe auf diese Spielpaarungen bei verschiedenen Wettanbietern platziert haben.
Laut Anklage 1,45 Millionen Euro erbeutet
Laut Anklage haben die Beschuldigten rund 350.000 Euro aufgewandt, um die Spieler oder Schiedsrichter „zu einem wettbewerbswidrigen Verhalten zu veranlassen“, wie Gabriel sagte. Rund 1,8 Millionen Euro seien auf die betreffenden Spiele gesetzt und rund 1,45 Millionen Euro als Gewinne erzielt worden.
Ein Prozesstermin ist noch unklar. Die zuständige 13. Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz von Carsten Schwadrat muss auch erst entscheiden, ob sie die Anklage zulässt.
Außer den beiden jetzt Angeklagten sitzen weiter sechs Männer in U-Haft, unter anderem in der Bochumer Krümmede.
In dem Wettskandal hat es bereits eine Verurteilung gegeben, diese aber nur per Strafbefehl, ohne öffentlichen Prozess. Ein deutscher Profispieler (25) bekam zehn Monate Haft auf Bewährung. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen rund 250 Beschuldigte.
20:34
Der Spieler mit dem Strafbefehl war Marcel Schuon, zuletzt in Sandhausen aktiv.
19:02
jetzt kommt sie endlich ins rollen , die schon lange avisierte prozesslawine zum jahrhundertwettskandal. gekaufte spiele in den oberen deutschen fußballigen , bestochene schiris und spieler , für mich immer noch nicht zu glauben . das die 13. wirtschaftskammer die anklage erst noch zulassen muß bedeutet was...? das die namen der angeklagten noch nicht bekanntgegeben werden , das verstehe ich , das aber die 10 manipulierten deutschen spiele der öffentlichkeit vorenthalten werden , das verstehe ich nicht . die jahrelangen ermittlungen , teils sogar undercover , scheinen alles in allem auf recht dünnen fußballbeinen zu stehen .
17:41
Ja, die vollen Namen sollten bekanntgegeben
werden.
17:28
sie werden schon kein anonymes Verfahren führen können...
15:14
@#1 sehe ich genau so
13:50
Es ist nur seltsam, dass der (Vor-)Name des Profis nicht genannt wird. Soll doch jeder wissen, wer daran beteiligt war.