Erinnerungen an den Einmarsch der Amerikaner in Bochum

Bochumer Bürger demontieren eine Panzersperre.
Bochumer Bürger demontieren eine Panzersperre.
Foto: Stadtarchiv Bochum
Was wir bereits wissen
Am 10. April 1945 übernahmen die Alliierten die Stadt Bochum. Mechthild Köhne hat ihre Erlebnisse bei der Ankunft der US-Truppen schriftlich festgehalten.

Bochum.. Die Erinnerungen an den Einmarsch der Amerikaner am 10. April 1945 in das größtenteils zerstörte Bochum sind vielen Zeitzeugen auf ewig ins Gedächtnis gebrannt. Beim Einmarsch wurden Barrikaden, wie Panzersperren, beseitigt und weiße Tücher als Zeichen der Kapitulation aus den Fenstern gehängt. Als Bürgermeister Franz Geyer – die NS-Machthaber waren bereits geflohen, unter ihnen auch Oberbürgermeister Friedrich Hesseldieck – die Stadt übergab, hatte zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit der Bevölkerung die Stadt längst verlassen.

Bochum galt aufgrund von Waffenherstellung als militärisches Ziel. Nach mehreren verheerenden Bombenangriffen im Jahr 1943 kam es zu einer angeordneten Evakuierung der Bochumer Bevölkerung. Eine unter den vielen Flüchtigen war Mechthild Köhne, die zusammen mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder im Alter von fünf bereits 1941 aus der Stadt geflohen war.

Mechthild Köhne schrieb Erinnerungen nieder

Ihre Erinnerungen während dieser Evakuierung hat Mechthild Köhne niedergeschrieben. Erinnerungen an das kleine Dorf Donaualtheim, dass ihnen Zuflucht bot, und vor allem Erinnerungen an den Einmarsch der amerikanischen Truppen. Angekündigt durch ein fernes Grollen, ähnlich einem Gewitterdonnern, das von Tag zu Tag in Nuancen stärker wurde und das verdeutlichte, dass da etwas immer näher kam.

Lebensmittel, Wasservorräte und Kleidung wurde auch von den Kindern in einen kleinen Gewölbekeller zusammengetragen. „Wir wollen hoffen, dass wir dies alles nicht gebrauchen müssen“, sagte Mechthild Köhnes Mutter. „Aber wenn die Amerikaner einziehen, werden wir im Keller sicherer sein.“ Ihre Mutter hatte im Radio ausländischen Sendern gelauscht und wusste zu berichten, dass die Truppen vorrückten, um alle zu befreien und den Krieg zu beenden.

Das walzende Geräusch der durch die Straßen rollenden Panzer erlebte Mechthild Köhne schließlich horchend aus dem Keller heraus.

Die Stadt Bochum wurde damals schwer beschädigt

Zur gleichen Zeit hatte das 137. Regiment der 35. US-Division Bochum eingenommen. 161.590 Einwohner lebten dann noch in einer Stadt, in der 22 Prozent allen Wohnraums total vernichtet und 74 Prozent schwer beschädigt war.

Nachdem die Amerikaner abgezogen waren übernahmen die Briten als Besatzungsmacht Bochum.

Mechthild Köhne kehrte 1946 zurück in ihre Heimatstadt. Seit 1971 lebt sie in Hattingen. Ihre Erinnerungen trägt sie bis heute mit sich.