Entspannter Wohnungsmarkt
04.12.2007 | 19:50 Uhr 2007-12-04T19:50:57+0100"Wohnungsmarkt funktioniert" trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung.Leerstände liegen bei 2,3 Prozent. Relativ hohes Mietniveau. Stadt legt Bericht für 2007 vor
"Wir haben einen entspannten und funktionierenden Wohnungsmarkt." Zu diesem Ergebnis kommt Reinhard Hachenberger vom städtischen Amt für Bauverwaltung und Wohnungswesen bei der Vorstellung des Wohnungsmarktberichtes 2007.
Obwohl die Bevölkerungsentwicklung weiter rückläufig war und voraussichtlich auch bleiben wird - pro Jahr sterben 1500 Bürger mehr als geboren werden - geht man davon aus, dass die Zahl der Haushalte in etwa gleich und damit die quantitative Nachfrage nach Wohnraum stabil bleiben wird.
Bei einem derzeitigen Wohnungsbestand von rund 190 000 bezeichnet Hachenberger die Leerstandszahlen - auch im landesweiten Vergleich - als unauffällig. Zur Ermittlung dieser Leerstände hat man erstmals auf eine Stromzähleranalyse zurückgegriffen. Demnach liege der strukturelle Leerstand (Wohnungen, die mehr als drei Monate nicht genutzt werden) bei 2,3 Prozent.
Als ein Problem bezeichnet Reinhard Hachenberger, dass viele Wohnungen aus der Nachkriegszeit stammen, die Wohnungsgrößen, der Zuschnitt und die Ausstattungen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechen. Dies gelte natürlich auch im Hinblick auf bauliche Erfordernisse wie beispielsweise Wärmedämmung. "Hier brauchen wir eine Qualitätsoffensive", sagt Hachenberger. Diese sei sowohl in Modernisierung und Sanierung zu sehen, aber auch im Abriss von Altbauten zugunsten von neuem, bedarfsgerechten Wohnraum.
Die Mieten sind seit längerer Zeit konstant geblieben, bewegen sich aber im Vergleich mit Nachbarkommunen auf einem relativ hohen Niveau. So beträgt die Kaltmiete in einem Neubau durchschnittlich 6,70 Euro/Quadratmter, für Wohnungen in Häusern ab Baujahr 1949 rund 5,50 Euro/Quadratmeter.
Während der Preisanstieg für reine Mieten schon seit einigen Jahren mit einem Prozent unter der Inflationsrate (1,6 %) liegt, haben sich die Mietnebenkosten zu Preistreibern entwickelt. Besonders schlagen hier die Heizkosten zu Buche.
Der Bestand an Sozialwohnungen, derzeit rund 21 400, geht weiter zurück und macht nur noch einen Anteil von etwa elf Prozent am Gesamtwohnungsbestand aus. Damit gehe ein wichtiges wohnungspolitisches Steuerungsinstrument verloren, heißt es in dem Bericht.
Der Wohnungsbestand (zwei Drittel bestehen aus Drei- und Vierraumwohnungen) wird überwiegend vermietet; zu einem Viertel von Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften und zur Hälfte von privaten Eigentümern. Die durchschnittliche Wohnungsgröße ist in den vergangenen zehn Jahren um einen Quadratmeter auf 73,3 qm gestiegen. Im Vergleich mit anderen Kommunen liegt dieser Wert leicht über dem Durchschnitt. Kommentar Seite 2

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