"Endstation" liegt vorn
06.09.2007 | 05:46 Uhr 2007-09-06T05:46:31+0200Erreichte mit 22 Vorstellungen in der vergangenen Saison 91 Prozent Auslastung in der Kammer In Elmar Goerdens zweiter Saison kamen 192 400 Zuschauer ins Schauspielhaus
Mit Statistiken kann man alles beweisen. Diese Einsicht ist nicht neu. Doch trotzdem gibt ein Blick auf die Besucherzahlen und die Auslastung einen Eindruck davon, welchen Ruf ein Theater in der Stadt (und darüber hinaus) besitzt, welche Inszenierungen besonders beliebt und welche beim Publikum durchgefallen sind. Um Pleiten, Pech und Pannen soll es indessen nicht gehen bei der Rückschau auf die vergangene Saison 2006/07, die gestern dem Kulturausschuss vom Schauspielhaus vorgelegt worden ist.
Schon beim Blick aufs Ganze enthüllt sich die Relativität von Statistik: So ist die Gesamtauslastung im Schauspielhaus im Vergleich zum Vorjahr von 66,5 v.H. auf 63,3 v.H. gesunken, die absoluten Besucherzahlen sind dagegen von 173 190 auf 192 400 gestiegen. Wie das? Ganz einfach: In der Spielzeit 2005/06 waren 595 Aufführungen im Angebot, eine Spielzeit später deren 700. Will heißen: Goerden und sein Ensemble ließen die Bühnen des Hauses kaum kalt werden.
Zwar konnte sich Matthias Hartmann 2005 mit einer Auslastung von 70, 1 v.H. von Bochum verabschieden, der heftige Quoten-Einbruch, den Skeptiker für Elmar Goerden voraussagten, blieb indessen aus.
Im Großen Haus gehört Burghart Klaußners Deutung des unzerstörbaren "Floh im Ohr" von Feydeau zu den Spitzenreitern (89,1 v.H. Auslastung). Ihm folgt Rezas "Der Gott des Gemetzels", ebenfalls in der Regie von Klaußner (85,8 v.H.). Nach zwei Stücken, die den Boulevard schrammen, taucht klassische Theaterkunst auf dem dritten Platz auf: "Emilia Galotti" von Lessing (78,3 v.H.).
Die Boten-Abende scheinen im Vergleich zur ersten Spielzeit etwas an Attraktivität verloren zu haben. Sie füllten das Große Haus zu 71,4 Prozent. Bei den Gastspielen bildet Ibsens "Peer Gynt" die Spitze mit 100 v.H. Auslastung. Die Inszenierung von Peter Zadek war im Rahmen der Ruhr-Triennale an der Königsallee zu sehen.
In den Kammerspielen treffen sich Leichtes und Tiefgründiges auf den vorderen Plätzen: Die Au-Schau führt mit einer Auslastung von 96,7 v.H. die Liste an. Gewichtiger scheint jedoch zu sein, dass es "Endstation Sehnsucht" mit 22 Vorstellungen und 8517 Besuchern zu einer Quote von 91.1 v.H. gebracht hat. Den dritten Rang erreichten die Schauspielschüler vom Lohring mit "Die Kleinbürgerhochzeit" von Brecht (87,3 v.H.). Die vielgelobte "Penthesilea" mit Lena Schwarz in der Titelrolle stieg auf eine Quote von 71,2 v.H.
Obwohl pro Vorstellung nur 99 Plätze zur Verfügung stehen, blieb der Besuch im "Theater unter Tage" mittelprächtig. Die beste Zuschauerquoten erreichten Genazinos "Lieber Gott mach mich blind" (54,7 v.H.) und Schimmelpfennigs "Angebot und Nachfrage" (54,7 v.H). Ein kleiner Hit wird aus der Eve Bar gemeldet: Die 16 Vorstellungen von Danckwarts "Girlsnightout" waren zu 89.1 v.H. ausgelastet.

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