Endspurt auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum

Viktoria Hoffmann und Myriam Kalondji (v. l.) stecken zum Ende des ersten Semesters in Prüfungen – hier sind sie kurz vor Seminarstart am Audimax.
Viktoria Hoffmann und Myriam Kalondji (v. l.) stecken zum Ende des ersten Semesters in Prüfungen – hier sind sie kurz vor Seminarstart am Audimax.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
In Kürze beginnen die Semesterferien an der Ruhr Uni Bochum. Viele Studierende sind nun im Endspurt. Im Asta hat man schon das neue Semester im Blick.

Bochum.. Noch strömen sie zu Hunderten aus der U-35, die Uni-Brücke entlang und verschwinden mit rauchenden Köpfen in Vorlesungssälen, Seminarräumen oder in der Uni-Bibliothek. „Im Moment ist es einfach nur stressig. Das Schwierigste wird die Spanisch-Prüfung. Ich muss 3000 Vokabeln lernen – bis morgen“, sagt Myriam Kalondji (20), die im ersten Semester Theologie und Spanisch auf Lehramt studiert.

Auch Gloria Grossek, im sechsten Semester Wirtschaftswissenschaft, kommt derzeit so gar nicht in Ferienstimmung. „Ich habe gerade meine Bachelorarbeit über Spieltheorie und Lösungsansätze bei Tarifkonflikten abgegeben, jetzt kommen noch zwei Klausuren und die mündliche Prüfung“, schildert die 22-Jährige. Ein neuer Job als studentische Hilfskraft steht außerdem auf dem Programm. Und die Anmeldung zum Master.

Der Weg ist das ziel

Andere Studierende gehen die Sache auch in der heutigen Zeit etwas entspannter an: „Da ich nach den Semesterferien von Evangelischer Theologie zu Philosophie wechsle, hält sich der Stress in Grenzen. Ich habe nur ein Referat und eine mündliche Prüfung“, so Ole Kreitsch. In der vorlesungsfreien Zeit fährt er mit vier Freunden in einem Zug wahrscheinlich ins Sauerland. „Wir steigen dann irgendwo aus und versuchen, zu Fuß zurückzukommen“, erläutert er das Prinzip des so genannten „Ghost-Hiking“. „Wir haben einen Kompass, Schlafsäcke, Zelt und Proviant dabei. Falls wir keine Pension bekommen, schlafen wir eben draußen“, so der 21-Jährige. Der Weg ist das Ziel – ein Prinzip, das gerade in den Geisteswissenschaften zurecht viele Anhänger findet und fand. Gerade zu jenen Zeiten, als es den Magister noch gab.

In gut einer Woche ist Schluss: Dann sind Semesterferien. Ein verheißungsvolles Wort, das nach Freiheit, Partys und Reisen klingt. Zwanglos lassen sich die Wohngemeinschaften in den Tag treiben. Arm, aber glücklich genießen Cliquen geistreicher Menschen die Sonne in der Natur. Und der Uni-Campus ist völlig verwaist. Was natürlich Quatsch ist, denn vorlesungsfreie Zeit heißt ja nur, dass keine Lehrveranstaltungen stattfinden. Die Forschung macht selbstredend nicht drei Monate Ferien – wo kämen wir denn da hin?!

„Endspurt?“, Jörg Lorenz, Universitätsarchivar guckt angesichts dieses Themas verständnislos. Seine Arbeit geht normal weiter. „Nur die U-Bahn ist nicht so voll“, sagt er. Auch in der Uni-Bibliothek und in der Mensa stoppt das Tagesgeschäft nicht. Der Asta, die Studierendenvertretung, macht sich derweil Gedanken schon um das nächste Semester. „Wir bereiten zum Beispiel die Ersti-Tüten vor“, informiert Kathrin Jewanski vom Öffentlichkeitsreferat. Gepackt werden rund 3000 Willkommensgrüße mit Info-Material, Süßigkeiten und Kugelschreibern für die gestressten oder eben doch entspannten Erstsemester.