Emotionen pur beim letzten Unheilig-Konzert im Ruhrcongress

Bei „Geboren um zu leben“ rinnt außer Schweiß auch manche Träne: 5000 Besucher zelebrierten am Freitag mit Unheilig einen der emotionalsten Konzertabende des Jahres im ausverkauften Ruhrcongress.

Der Graf hört auf: 17 Jahre nach der Gründung wird Unheilig ab 2016 Geschichte sein. Die Abschiedstournee läuft. „Was hilft es, Menschen zu lieben, die man viel zu selten sieht?“, begründete der Graf seine Entscheidung, die von den allermeisten Anhängern mit Beifall und Respekt bedacht wurde.

Nach den gleichfalls ausverkauften Zeltfestival-Auftritten 2014 nutzte die treue Fangemeinde die letzte Gelegenheit, mit Unheilig in Bochum zu feiern und, ja, auch zu flennen. Mystisch, düster, schwermütig: Die schwarze Szene, in der Unheilig ihre Wurzeln haben, ist auf der Bühne in etlichen schwermetallhämmernden Songs noch unverkennbar. Manch jüngerer Besucher scheint irritiert von dem Soundgewitter, das tief im Magen pulsiert – und schnell wieder versöhnt ob der Balladen voller Sanftmut, Herz und Tiefgang, mit denen Unheilig 2010 mit dem Album „Große Freiheit“ und der Single „Geboren um zu leben“ einem breiten Publikum bekannt wurde.

Mit der aktuellen Heimgeh-Hymne „Zeit zu gehen“ beenden der Graf und seine Band ein erstklassiges Konzert, gefeiert von einem Publikum, das seinem schweißgetränkten Helden auf Zeit zu Füßen liegt. Emotionen pur. Traurigkeit inklusive.
WAZ-Wertung: