Eltern nach zwei Sexualdelikten in Bochum in Sorge

Mit diesem Brief will die Schulleiterin der Frauenlobschule in Bochum die Eltern dazu anhalten, mit ihren Kindern über die Vorfälle zu sprechen. Hier liest die Mutter eines Kindes das Rundschreiben vor der Schule.
Mit diesem Brief will die Schulleiterin der Frauenlobschule in Bochum die Eltern dazu anhalten, mit ihren Kindern über die Vorfälle zu sprechen. Hier liest die Mutter eines Kindes das Rundschreiben vor der Schule.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach zwei Sexualdelikten in Bochum-Hiltrop hat die Leiterin der Frauenlob-Grundschule einen Brief an die Eltern der Schüler verschickt. Er soll sensibilisieren.

Bochum.. Rund um die Frauenlob-Grundschule in Bochum-Hiltrop hat sich nach zwei Sexualdelikten Sorge breitgemacht. Ein unbekannter, offenbar pädophiler Mann hatte am 19. Juni eine achtjährige Schülerin attackiert. Ein Tag davor soll sich ein Mann vor zwei bis drei Schülerinnen exhibitionistisch präsentiert haben. Schulleiterin Petra Thiele hat reagiert. Sie bittet die Eltern um Wachsamkeit und Vorsichtsmaßnahmen.

Der erste Vorfall passierte am Donnerstagmorgen, 18. Juni, nahe der Kreuzung Frauenlob-/Dietrich-Benking-Straße auf dem Weg zur Schule. Nach Angaben der Schulleiterin haben zwei bis drei Schülerinnen berichtet, dass ein Mann seinen Mantel geöffnet und sich nackt gezeigt habe.

„Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Angelegenheit“

Die Kinder seien weggelaufen. Der zweite Fall am Freitagmittag darauf (19.) war massiver. Dort hatte laut Polizei ein Unbekannter eine Achtjährige auf dem Schulheimweg angesprochen. Sie ging über die Schulte-Hiltrop-Straße in südliche Richtung, danach über einen Feldweg und blieb an einem Waldstück kurz stehen, um ihre Schuhe zuzubinden. Plötzlich stand der Täter vor ihr. Er half ihr beim Zuschnüren, stellte sich ihr dann aber in den Weg und öffnete den Reißverschluss ihrer Hose. Das Mädchen schubste ihn weg und lief laut um Hilfe schreiend weiter. Dabei weinte es. Ein Hundeführer sah dies und alarmierte die Polizei.

Die Schulleiterin hält beide Schilderungen der betroffenen Mädchen für absolut glaubhaft. „Auf jeden Fall.“ Sie hat deshalb Anfang dieser Woche den Kindern ihrer Schule (insgesamt 285) einen Brief an die Eltern mitgegeben. „Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Angelegenheit, schüren Sie aber keine Ängste, sondern sensibilisieren Sie Ihr Kind, wie es sich in solchen Situationen verhalten soll. In den Klassen wurde dieses Thema auch angesprochen.“

„Wir versuchen, die Kinder zu schützen“

Die von den Übergriffen betroffenen Kinder hätten „sehr vernünftig und richtig reagiert“, indem sie laut geschrien beziehungsweise sich losgerissen und geschlagen und somit Zeugen aufmerksam gemacht hätten. Außerdem empfiehlt Petra Thiele den Eltern, „vorbeugend“ ihre Kinder nur noch in Kleingruppen und vor allem nicht über das Feld gehen zu lassen, am besten nur an der belebten Straße entlang, wo sich immer andere Leute aufhalten. „Wir versuchen, die Kinder zu schützen“, sagte sie der WAZ.

Ob es sich in beiden Fällen um denselben Täter handelt, ist unklar. Eine Täterbeschreibung liegt nur im zweiten Fall vor: ca. 1,80 Meter, 40 bis 45 Jahre, dunkle Stimme, hochdeutsch sprechend, Glatze, korpulent, auffällig große Hände und Füße, breite Nase, schwarz-weiße Turnschuhe. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte. Hinweise bitte an die Kripo: 0234/909-4120 oder -4441. Schütte rät, im Verdachtsfall sofort die 110 zu wählen.