Eltern bitten Papst Benedikt um Hilfe
17.01.2008 | 23:08 Uhr 2008-01-17T23:08:04+0100Geplante Schließung der katholischen Kindergärten: "Nicht verständlich und nicht hinnehmbar".Bistum hat angebotenen Dialog bisher weitgehend abgelehnt. Kirche bedient sich Sprache der Wirtschaftsbosse
Einen ungewöhnlichen Schritt gehen die Eltern der von den geplanten Schließungen betroffenen katholischen Kindergärten. Sie wenden sich in einem Brief direkt an Papst Benedikt und bitten ihn um Hilfe.
"Es ist nicht verständlich und nicht hinnehmbar, wenn in Bochum 14 katholische Kindergärten und damit 850 Kindergartenplätze geschlossen werden. Die Kinder von heute sind die Kirche von morgen", heißt es in dem Brief, der heute nach Rom geschickt werden soll.
Die meisten Eltern hätten gute Gründe, ihre Kinder in die Obhut eines katholischen Kindergartens zu geben. Sie hätten versucht, im Dialog mit dem Bistum nach Lösungen zu suchen, wobei von ihnen sowohl organisatorische als auch finanzielle Hilfen angeboten wurden. "Leider ist dieser Dialog bisher vom Bistum weitgehend abgelehnt worden, und die Pläne wurden an den Eltern vorbei vorangetrieben. Selbst wirtschaftlich schwach gestellte Eltern sind zu großen Opfern bereit, gerade von diesen kam das Angebot, die Elternbeiträge zu erhöhen."
Die Eltern erinnern den Papst daran, dass die katholische Kirche für viele Christen im Ruhrbistum bei den tief greifenden Erschütterungen in den Jahren des Strukturwandels oftmals der letzte feste Grund gewesen sei, auf den sie bauen konnten. "Viele haben heute aber das Gefühl, dass selbst dieser Grund unter ihren Füßen wegbricht, wenn sie erleben müssen, dass von den selben Unternehmensberatungen, die bereits die Zechen- und Hüttenschließungen geplant haben, nun die Schließung ihrer Kindergärten in die Wege geleitet wird. Dass sich dabei die Kirche der Sprache der Wirtschaftsbosse bedient und die Schließungen als 'Rückbau' bezeichnet, macht uns betroffen."
In einem Demonstrationszug wollen die Eltern mit ihren Kindern heute um 17 Uhr von der Propsteikirche zur Post am Rathaus marschieren, um dort den Brief, den die Kinder mit Händeabdrücken unterschrieben haben, aufzugeben. -tz

10:46
Soviel geballte Naivität. Als ob die Kirche was verschenken würde. Bestenfalls ist sie bereit, die ehrenamtliche Arbeit zu koordinieren, aber bitte gegen Bezahlung.
So wie sie heute mit Altenheimen Geld verdient, möchte sie es zukünftig auch mit Kindergärten. Sollten die städtischen Beamten zu faul sein selbst die Kinderbetreuung zu organisieren, stehen die Chancen auch nicht schlecht. Denn als gemeinnützige Organisation, darf sie zwar auch relativ hohe Managementkosten haben, sie sind aber ebenso wie die Betreibererträge gesetzlich deutlich unterhalb dessen gedeckelt, was private Investoren erwarten.