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Bochumer Straßennamen...

Eiszeit und Pfarrhaus

30.12.2009 | 07:00 Uhr

Die Serie stellt in lo­cke­rer Folge al­pha­be­tisch eine Aus­wahl der rund 1 900 Bo­chu­mer Stra­ßen­na­men vor.

Am Osterbach im Bochumer Stadtteil Hofstede. Diesen Blick in die Straße hat man von der Herner Straße aus, von der Am Osterbach abgeht. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Am Osterbach: Von der Herner Straße in Hofstede führt diese Stichstraße zur Kleingartenanlage in Richtung Osten – daher kommt auch der Name, der bis 1926 Heinrichstraße hieß. Die Flurbezeichnung deutet auf einen östlich gelegenen Bach hin – wohl zu einer noch ländlicheren Zeit.

Am Palmberg: Zu dieser weitgehend häuserleeren Straße in Laer gibt es im städtischen „Bochumer Straßennamen – Herkunft und Deutung” eine ausführliche Erklärung: „Die Straße Am Palmberg hat ihren Namen nach der eiszeitlichen Endmoräne bzw. den nordischen Kiesen an der Schattbachstraße, einem besonders schützenswerten Naturdenkmal, erhalten. Der bis Anfang der sechziger Jahre zu Haus Laer gehörende Teil wurde jahrhundertelang geschützt, die übrigen Teile wurden im Laufe der Zeit in beträchtlichem Umfang ausgekiest. Die Gesamtform des Palmbergs lässt sich noch heute gut am Verlauf der dort bauchigen Schattbachstraße verfolgen. Die älteste bekannte bildnerische Darstellung des Palmbergs findet sich in einer Karte von 1787 im Archiv Haus Laer. Die wissenschaftliche Erforschung des Palmbergs findet sich bei Prof. Bärtling in den 20er Jahren und in den Erläuterungen zur geologischen Karte von Bochum 1:25.000 aus dem Jahre 1988 von Dr. Stehn. Dort werden die Kiese des Palmbergs als Schmelzwasserablagerungen der Saale-Kaltzeit gedeutet. (...).” „Am Palmberg” datiert von 1947; vorher hieß die Straße Am Pallenberg (1929-1947) bzw. Kirchstraße (bis 1929).

Die Einmündung der Straße Am Poter (vom Nehringskamp kommend) in Linden. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Am Poter: Seit der Eingemeindung von Linden im Jahr 1929 heißt diese Verbindung zwischen Nehringskamp und Lindener Straße Am Poter (vorher teilweise Ferdinandstraße und Klosterstraße). Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich eine Lagebezeichnung. Unter Berufung auf das „Bochumer Tageblatt” wird erläutert: „Hinter der Nöckerstraße führten früher zwei Gässlein links und rechts zur Hattinger Straße, die Klosterstraße und Ferdinandstraße hießen. 'Am Poter' ist der mundartliche Ausdruck für Pater (Geistlicher), nahebei stehen heute noch zwei Pfarrhäuser. Ob aber an der Klosterstraße früher ein Kloster gestanden hat, wie vielfach behauptet wird, ist nicht festzustellen.”

Quelle: Stadt Bochum, Vermessungs- und Katasteramt 2004

Die WAZ-Serie stellt alphabetisch eine Auswahl der rund 1 900 Bochumer Straßennamen vor.

WAZ-Redaktion

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