Eisenbahnmuseum Dahlhausen lud zum "Dampf ohne Grenzen"

Museumstage im Eisenbahnmuseum in Dahlhausen bei herrlichem Frühlingswetter.
Museumstage im Eisenbahnmuseum in Dahlhausen bei herrlichem Frühlingswetter.
Foto: FUNKE Foto Services
Brechend voll war es am Wochenende rund um das Eisenbahnmuseum Dahlhausen. Ob Draisine oder Riesenlok: alle begeisterten die Besucher.

Bochum.. Ein lauter Pfiff ertönte und dicker, schwarzer Rauch stieg in die Luft auf, als der von einer historischen Dampflok gezogene Zug auf das Gelände des Bochumer Eisenbahnmuseums einfuhr. So konnten interessierte Gäste stilecht mit einer alten Lokomotive zu den Museumstagen am Wochenende nach Dahlhausen anreisen.

„Der Pendelzug ist eine Dampflokomotive, die aus Rotterdam aus eigener Kraft hier hin gefahren ist. Das war eine richtige Logistikschlacht“, berichtete der stellvertretende Museumsleiter Volker Böhm durchaus ein wenig stolz über diese Meisterleistung.

Über 120 Ausstellungsstücke

Unter dem Motto „Dampf ohne Grenzen“ konnten die zahlreichen Besucher auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums in Dahlhausen 120 Exponate besichtigen. Zwei der eingesetzten Pendelzüge zum Hauptbahnhof und nach Dahlhausen stammen aus dem Rotterdammer Museum Stoom Stichting Nederland.

Alle einsatzbereiten Loks fahren mit fast 1200 PS auf dem Netz der Deutschen Bahn und sind trotz ihres hohen Alters mit modernsten Anlagen ausgestattet. Um die alten Dampfloks anzutreiben, wurde das Wasser für die Züge vom Technischen Hilfswerk (THW) geliefert, da der Wasserturm des Museums momentan saniert wird. „Wir sind sehr stolz auf die freundliche und kooperative Zusammenarbeit mit dem THW“, freut sich der Pressesprecher des Museums, Walter Thomassen.

Damit die Besucher einen guten Blick auf die seltenen Dampflokomotiven aus den 20er und 50er Jahren werfen konnten, wurden die historischen Wagen von der roten Rangierlok Köf auf die Drehscheibe mit einem Durchmesser von rund 20 Metern gezogen.

Lange Anfahrt für Ausstellung

Diese Gelegenheit nutzte etwa Eisenbahnfreund Jörg Eberhard, um die Loks zu fotografieren. Der 51-Jährige ist für die Museumstage eigens aus Niedersachsen angereist. „Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist interessant, was hier für seltene Bahnen ausgestellt werden. Schon die Anfahrt mit der Osning-Bahn war echtes ein Erlebnis“, so Eberhard.

Auch die kleinen Eisenbahn-Fans kamen bei den Museumstagen auf ihre Kosten. Ausgestattet mit einer Schaffnerkappe konnten die Kinder mit blauen Grubenwagen das Gelände erkunden. Die Wagen wurden früher genutzt, um die Kumpel unter Tage zu transportieren. „Das war richtig toll und hat Spaß gemacht“, freuen sich die neunjährigen Drillinge Jessica, Leon und Flo. Besonders Leon ist von den Lokomotiven begeistert: „Ich bin ein großer Zug-Fan und hier kann man sehen, wie die früher aussahen.“

Eisenbahnmuseum wird umgebaut

Jedes Jahr mit von der Partie ist auch Armin Ludolph. Wer Andenken an die seltenen Lokomotiven mit nach Hause nehmen wollte, war bei dem Bielefelder genau richtig. In der Wagenhalle bot er den Besuchern historische Uniformen, Schilder, alte Eisenbahnlampen und original Geschirr von der Mitropa zum Kauf an.

Um den Besuchern auch in den kommenden Jahren einiges zu bieten, befindet sich das Eisenbahnmuseum im Umbruch. „Im nächsten Jahr wird hier umgebaut und der Wasserturm wird saniert. Hier steht sehr viel an in nächster Zeit, es wird spannend“, berichtet Walter Thomassen.