Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen wird bald viel moderner

Schautafeln vor einem Salonwagen von 1937 liefern dem Besucher viele interessante Informationen zur Geschichte des Fahrzeugs. Entsprechende Erklärungen soll es bald an allen 120 Fahrzeugen in dem Museum geben.
Schautafeln vor einem Salonwagen von 1937 liefern dem Besucher viele interessante Informationen zur Geschichte des Fahrzeugs. Entsprechende Erklärungen soll es bald an allen 120 Fahrzeugen in dem Museum geben.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Das Eisenbahnmuseum erhält Fördergelder in Höhe von 5,1 Millionen Euro und wird bald viel moderner. Es gibt einen neuen Eingang und mehr Schautafeln.

Bochum.. Die Besucher des Eisenbahnmuseums Dahlhausen werden in den kommenden drei Jahren ein neues Eingangsgebäude erhalten. Es wird einen modernen Kassenbereich haben, einen Verkaufsshop, einen Empfangsraum für Besuchergruppen und einen Ausstellungsraum.

Gleichzeitig wird das acht Hektar große Grundstück, das der Bahn gehört, für 1,9 Millionen Euro gekauft. Der Käufer ist zwar der Regionalverband Ruhr, dieser will das Gelände aber dem Eisenbahnmuseum zur freien Planung überlassen. Der Kaufpreis umfasst nicht nur das Gelände selbst, sondern auch den Gleisanschluss zum Netz der Bahn.

Das wurde am Dienstag bei einem Treffen der Museums-Betreiber und ihrer Förderer bekannt. Der größte von ihnen ist das Bundesbauministerium, das dem Museum bereits im vorigen November drei Millionen Euro zugeteilt hatte. Das Geld kommt aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Unter 270 Bewerbungen waren 21 ausgewählt worden, darunter das Eisenbahnmuseum. „Ich freue mich, dass wir extern so wahrgenommen werden“, sagte der Vorstand der Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum, Prof. Dr. Wolfgang Fiegenbaum, am Dienstag im Museum vor geladenen Gästen.

50.000 bis 70.000 Besucher pro Jahr

Zusätzlich zu den drei Millionen aus Berlin kann er sich über weitere 2,1 Millionen Fördergelder vom Land, vom Regionalverband Ruhr und von der Stadt freuen.

Das neue Eingangsgebäude wird unmittelbar östlich vom jetzigen Eingang gebaut. Wie viel es genau kosten wird, muss noch errechnet werden. Jährlich kommen insgesamt zwischen 50.000 und 70.000 Menschen dorthin, um die 120 Fahrzeuge zu besichtigen. Allein an den beiden Museums-Wochenenden pro Jahr sind es jeweils zwischen 6000 und 10 000 Besucher.

Museum ist auch Drehort für historische Filme

Künftig soll das Museum insgesamt ganz anders gestaltet werden. Es soll nicht mehr nur ein bloßes Aufstellen von Loks und Waggons sein, sondern „ein wirkliches Museum“, das dem Besucher „Kultur- und Technikgeschichte“ vermittelt, eingebettet in die Geschichte Deutschlands, wie Fiegenbaum sagte. Als Beispiel dafür führte er seine Gäste zu einem Salon-Schlafwagen von 1937. Er gehörte zum „Dienstzug der Reichsregierung“ und transportierte nach dem Krieg unter anderem Prominente wie Theodor Heuss, die Queen, den Schah des Iran und seine Frau Farah Diba und nicht zuletzt Willy Brandt, als er 1970 zu gesamtdeutschen Gesprächen nach Erfurt reiste. Informationen wie diese erfährt der Museumsbesucher auf Schautafeln, die direkt vor dem tipptopp restaurierten Salonwagen aufgestellt sind. Solcherlei Erklärungen sind zurzeit noch eine Ausnahme. Nach und nach soll es sie an allen Fahrzeugen geben.

Das Museum wird vor allem von rund 120 ehrenamtlichen Eisenbahnfreunden betrieben. Außerdem gibt es vier Festangestellte. Das Museum wird auch für historische Filme genutzt. Beispiele: „Stauffenberg“ und „Das Wunder von Bern“.