Einkaufen vor Ort erhöht die Lebensqualität

Einkaufen ist mehr als die pure Warenbeschaffung. Einkaufen ist Kommunikation – und bei vielem, was über den Ladentisch wandert, ist auch das visuelle und greifbare Erleben nicht zu unterschätzen. Oft entscheiden Ambiente und Kreativität des Händlers. Wer sich mit einem entscheidenden Konzept selbst verkauft, wo das Shoppen zum Event wird, gewinnt Vorteile. Dabei geht es nicht mehr nur um den puren Verkauf, auch das Drumherum entscheidet. Saft und Kaffee zum Beratungsgespräch, Leseecke in der Buchhandlung und mehr. Händler und Käufer können entdecken, dass sie gemeinsam ihre Stadt und ihre Region gestalten können. Und sie tun es, weiß Stefan Lenk vom Einzelhandelsverband Ruhr-Lippe.

Auch in Bochums Stadtteilen tut sich was. Engagierte Händler und Werbegemeinschaften setzen sich gemeinsam immer wieder neue Ziele, entwickeln Projekte und Ideen, um das Einkaufen vor Ort so attraktiv wie möglich zu gestalten. Inhabergeführte Einzelhandels- und Handwerksbetriebe tragen zur sozialen und kulturellen Gestaltung ihrer Region bei. Das, was eine Stadt lebenswert macht, Schwimmbäder, Spielplätze oder Theater beispielsweise, wird zum Großteil durch kommunale Steuern finanziert. Diese werden zu nicht geringem Maße durch den örtlichen Handel in die Stadtkasse gespült.

Einkaufen vor Ort sichert den Verbleib der Kaufkraft und erhöht die Lebensqualität vor Ort ganz wesentlich. Dazu kommt: Das Thema regionale Wertschätzung wird immer wichtiger. Die Fragen nachdem „Wo kommt etwas her?“ bzw. „Wo und wie wurde es produziert?“ werden häufiger gestellt, Regionalität gewinnt an Bedeutung.

Vielfältige Angebote

„Werne hat beispielsweise eine sehr gut funktionierende Werbegemeinschaft“, sagt Stefan Lenk: „Tatsächlich leidet der Stadtteil ein wenig unter der Straßenstruktur, allerdings punktet Werne mit einem gut angebundenen Ärztehaus und Einkaufszentrum. Langendreer ist ebenfalls ein wenig auseinandergezogen, ein bipolares Zentrum. Aber die Grundversorgung ist überall ähnlich gut, es gibt vielfältige Angebote vom Discounter und Vollsortiment-Anbieter bis zum SB-Warenhaus. Und das auch in Altenbochum und Laer.“

Alle der genannten Stadtteile profitieren, da ist sich Stefan Lenk sicher, allerdings auch von der großen Nähe zum Ruhrpark. Das Zusammenspiel von kleinteiliger Versorgung vor Ort und dem „großen Block Ruhrpark“ funktioniere. „Allerdings bedarf es trotz allem immer wieder großer und vor allem gemeinsamer Anstrengungen, auch die kleineren Stadtteile mit Blick auf die Kaufkraft vor Ort am Leben zu erhalten“, sagt Stefan Lenk. Fast überall gibt es einen Kern, der stabil ist. „Aber die gilt es auch zu pflegen und zu erhalten“, meint Stefan Lenk. Und um ein Quartier qualitativ zu erhalten, müsse man dann eben auch mal Farbe in die Hand nehmen. „Eigentum verpflichtet“, meint der Ortsvereinsvorsitzende des Einzelhandelsverbandes.

Händler vor Ort haben tatsächlich einiges zu bieten. Sie können einen Einkauf oder eine Beratung zum Erlebnis werden lassen. Sie kennen ihre Kunden, gehen kompetent und freundlich auf deren Wünsche ein. Und die denken immer öfter darüber nach, dass es Händler und Kunden gemeinsam sein können, die die Verantwortung für eine lebendige Innenstadt übernehmen. Solange die Kaufmannschaft das vor Ort auch erfolgreich kommuniziert, wächst bei den Kunden die Bereitschaft, durch bewusste Einkäufe etwas für den eigenen Stadtteil zu tun.