Einfühlsame Gedenkmatinee zum Tag der Befreiung von Auschwitz

Die Matinee „Befreiung von Auschwitz – 70 Jahre danach“ im Stadtarchiv geriet in Kooperation mit der Gruppe Bochumer Literaten zum eindrucksvollen und würdigen Gedenken des 27. Januars 1945.

Nicht nur um die Befreiung des KZ kreiste die historische Einordnung mit Bildern, Musik und Rezitationen der Autoren von ausgewählter, überwiegend eigener Literatur. Sie bebilderten die menschliche Seite von Opfern und Tätern, das Vorher und Nachher von Auschwitz. Behutsam und doch wortgewaltig versuchten sich die Bochumer Literaten an dem eigentlich Unsagbaren.

„Wofür Auschwitz eigentlich heute noch steht“, belegte der Lyriker Anton Schlösser mit dem bekannten Zitat von Theodor W. Adorno, „Nach Auschwitz ist kein Gedicht mehr möglich.“ In Friedrich Grotjahns eindrücklicher Lyrik über den Holocaust war die Syntax in Bruchstücke zerfallen. BO-Literatin Heide Rieck las aus ihrem Roman „Aber die Schatten“, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Eindrucksvoll schilderte er die Gedanken des in die USA emigrierten Juden Walter Grunwald, der von Schulgefühlen geplagt ist, weil er seine Eltern nicht retten konnte. Anja Liedtke las aus ihrer Erzählung „Meir Schwarz“ über die Schwierigkeiten und politischen Hindernisse, KZ-Überlebende nach Palästina zu bringen.

Dank der musikalischen Einlagen des Klarinettisten Alexandre Fainchtein konnte das zahlreich erschienen Publikum innehalten.