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Geschichte

Eine Partei im Wandel

10.02.2010 | 05:00 Uhr
Eine Partei im Wandel

Beim Symposium zu Ehren Bernd Faulenbachs wurde nichz nur über ihn gesprochen. Viel diskutiert wurde vor allem über das Godesberger-Programm - über die Vergangenheit und die Zukunft der SPD.

Wo ist die SPD heute? Gut 50 Jahre nach dem Godesberger Programm stand diese Frage beim Symposium zu Ehren von Professor Dr. Bernd Faulenbach am Samstag immer wieder im Raum.

Müntefering zu Gast

Info
Bedeutung des Godesberger Programms

Wo ist die SPD heute? Gut 50 Jahre nach dem Godesberger Programm stand diese Frage beim Symposium zu Ehren von Professor Dr. Bernd Faulenbach am Samstag immer wieder im Raum.

Bis heute gilt das am 15. November 1959 verabschiedete Programm als eines der wichtigsten programmatischen Zeugnisse der Sozialdemokraten, bis heute wirkt die Arbeit Faulenbachs als ehemaliger Vorsitzender der Bochumer SPD und als Vorstandsmitglied des Instituts für soziale Bewegung. Neben lokalen Gästen wie Thomas Eiskirch (Vorsitzender der SPD Bochum), Professor Traugott Jähnichen (von der Theologischen Fakultät der Ruhr-Uni) und Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz war auch Franz Müntefering ins Haus der Geschichte des Ruhrgebiets an der Clemensstraße gekommen. „Für mich ist an dem Godesberger Programm vor allem eins wichtig”, leitete Eiskirch ein, „die Erneuerung der Partei”. Daraus müsse man auch aktuell lernen. Das 50 Jahre alte Programm markiert den Wandel der SPD von einer Arbeiter- zu einer Volkspartei. Aber auch Grundwerte und wirtschaftliche Eckpfeiler beinhaltet das Papier. „Man sollte also darauf zurückschauen, um die SPD auf jeder Ebene zeitgemäßer zu gestalten”, forderte Eiskirch. Sein Kollege Faulenbach sei da ein wichtiger Vermittler. Als langjähriges Mitglied der historischen Kommission der SPD war er Vermittler zwischen Wissenschaft und Poltitik, zwischen Theorie und Praxis.

Auch Müntefering forderte dazu auf, aus der Geschichte zu lernen. Dabei solle man aber nicht nur immer das Programm verlängern, meinte er, „dass das Grundgesetz sowie unser Parteiprogramm immer länger werden, macht sie nicht besser”. Neben einem kurzen historischen Abriss ging er auch auf aktuelle Themen ein, wie militärische Auslandseinsätze und Studiengebühren. Dabei, kritisierte er, sei es in Mode gekommen nur noch Interessenspolitik zu machen. „Die SPD muss wie damals in Bad Godesberg die Gesamtverantwortung für ihr Handeln übernehmen”, erklärte er.

Faulenbach konzentrierte sich vor allem auf die Effekte des Programms. „Die SPD ist damals breiter geworden und wurde dadurch erst für viele wählbar.” Außerdem gab er Müntefering recht mit der Interessenspolitik, „auch zeitlich gesehen gilt das”, dozierte er. „Es geht nicht nur darum, in der Gegenwart gut da zu stehen, sondern auch um die kommenden Generationen.” „Es lohnt sich also mal darüber nachzudenken wie eine Volkspartei heute sein kann”, schloss er; und das taten die Anwesenden dann auch.

Bis heute gilt das am 15. November 1959 verabschiedete Programm als eines der wichtigsten programmatischen Zeugnisse der Sozialdemokraten, bis heute wirkt die Arbeit Faulenbachs als ehemaliger Vorsitzender der Bochumer SPD und als Vorstandsmitglied des Instituts für soziale Bewegung. Neben lokalen Gästen wie Thomas Eiskirch (Vorsitzender der SPD Bochum), Professor Traugott Jähnichen (von der Theologischen Fakultät der Ruhr-Uni) und Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz war auch Franz Müntefering ins Haus der Geschichte des Ruhrgebiets an der Clemensstraße gekommen. „Für mich ist an dem Godesberger Programm vor allem eins wichtig”, leitete Eiskirch ein, „die Erneuerung der Partei”. Daraus müsse man auch aktuell lernen. Das 50 Jahre alte Programm markiert den Wandel der SPD von einer Arbeiter- zu einer Volkspartei. Aber auch Grundwerte und wirtschaftliche Eckpfeiler beinhaltet das Papier. „Man sollte also darauf zurückschauen, um die SPD auf jeder Ebene zeitgemäßer zu gestalten”, forderte Eiskirch. Sein Kollege Faulenbach sei da ein wichtiger Vermittler. Als langjähriges Mitglied der historischen Kommission der SPD war er Vermittler zwischen Wissenschaft und Poltitik, zwischen Theorie und Praxis.

Aus der Geschichte lernen

Auch Müntefering forderte dazu auf, aus der Geschichte zu lernen. Dabei solle man aber nicht nur immer das Programm verlängern, meinte er, „dass das Grundgesetz sowie unser Parteiprogramm immer länger werden, macht sie nicht besser”. Neben einem kurzen historischen Abriss ging er auch auf aktuelle Themen ein, wie militärische Auslandseinsätze und Studiengebühren. Dabei, kritisierte er, sei es in Mode gekommen nur noch Interessenspolitik zu machen. „Die SPD muss wie damals in Bad Godesberg die Gesamtverantwortung für ihr Handeln übernehmen”, erklärte er.

Wie kann die Partei heute sein?

Faulenbach konzentrierte sich vor allem auf die Effekte des Programms. „Die SPD ist damals breiter geworden und wurde dadurch erst für viele wählbar.” Außerdem gab er Müntefering recht mit der Interessenspolitik, „auch zeitlich gesehen gilt das”, dozierte er. „Es geht nicht nur darum, in der Gegenwart gut da zu stehen, sondern auch um die kommenden Generationen.” „Es lohnt sich also mal darüber nachzudenken wie eine Volkspartei heute sein kann”, schloss er; und das taten die Anwesenden dann auch.

Lutz Tomala

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